Punk als Ausdruck gegen Konsum und mit politisch-philosophischen Hintergrund

Seit den siebziger Jahren bereichern bunte Haare, ausgefallene Frisuren und recht abstrakte Klamotten das Straßenbild jeder größeren Stadt. Das rebellische Auftreten, das provozierende Outfit und die scheppernde Musik waren ein kultureller Aufschrei gegen das Bürgertum mit seiner Konsumgesellschaft. Doch gerade das brach dieser #Subkultur fast das Genick. Kaum, dass sie geboren wurde, versuchte die Industrie sie auch gleich kommerziell auszuschlachten. Während anfänglich in guter alter Do-it-yourself-Manier von der Musik bis zur Kleidung alles selber in kerativer Kleinarbeit ganz individuell hergestellt wurde, interessierten sich mit der Zeit Musikproduzenten und Mode-Labels für diese Kundengruppe, um sich für sie auf den Markt zu werfen.

Idealistisch ist der #Punk in erster Linie im Individualismus und dem Nihilismus angesiedelt. Gerede wegen der extremen Form des gelebten Individualismus, wird diese Subkultur gerade in autoritären Staaten gefürchtet oder sogar verboten. Dies bekamen vor allem (Ex-)Punks in der ehemaligen DDR oder in muslimischen Ländern zu spüren. Politisch steht die Bewegung eher links zwischen den sozialistischen und anarchistischen Strömungen. Während bei vielen Musikgruppen in deren Texten der Anarchismus propagiert wird, gilt dies gerade für viele Neulinge als Einstieg für das Interesse an politischer Philosophie.

Die Anfänge

Beim Punk sollte zwei Dinge unterschieden werden: Zu einem die Punkkultur als Lebensform und zum anderen die Punkmusik. Immer kam die Diskussion über die Entstehung dieser Kultur auf.

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Währen viele die USA als das Geburtsland des Punk wegen seiner Musik mit seinem dreckig gespielten Punk-Rock, wie es bei den Ramones zu hören ist, sehen, sind andere der Meinung, dass der Punks nach England mit seinen Sex Pistols und ihrem provozierenden Auftritt gehöre. Rein musikalisch, war diese dreckige Spielweise des Rock´n´Roll allerdings schon in den 60er Jahren ein rebellischer Ausdruck der Jugend. Das zeigt sich vor allem in der peruanischen Band „Los Saicos“ oder der US-amerikanischen Band „The Sonics“, die einen puren Punk-Sound beherrschten.

Punk in Deutschland

Ende der 70er Jahre erreichte der Punk Deutschland und breitete sich ganz stark in den 1980er Jahren aus. Zu den Bands der ersten Stunde galten im Westen Deutschlands die „Strassenjungs“, „Male“, „Tollwut“ oder „PVC“, um nur einige zu nennen. Schnell war der Punk-Rock in aller Munde und alleine nur vom Erscheinungsbild fühlten sich viele Bürger provoziert. Das ermutigte die rebellische Jugend, um Teil dieser Subkultur zu werden.

Als Punk brauchte nichts geleistet oder vorgewiesen werden. Einfach nur Auffallen gewürzt mit Nihilismus und Individualismus reichte völlig aus, um sich als Punk zu bezeichnen. Bands wurden gegründet, Häuser besetzt und viel mit allem Möglichen herumexperimentiert. Gab es doch keine Richtlinien, was verboten oder erlaubt war. Die absoluten Helden der 1980er Jahre waren musikalisch „Slime“, „Daily Terror“ Toxoplasma“ etc. Während sich anfänglich das Feindbild gegen Spießer, Popper und Hippies richtete, wurde es mit der Zeit politischer gegen Faschisten, Neonazis, den Staatsapparat oder die Polizei. Daraus wurde auch in den Liedtexten der angesagten Bands kein Hehl gemacht.

Der Punk zur selben Zeit in der DDR hatte es schwieriger. Die Szene fand fast ausschließlich im Untergrund statt und wurde vom Staat verfolgt. Von Seiten des Ministeriums für Staatssicherheit gab es Bemühungen die Szene zu unterwandern und Inoffizielle Mitarbeiter (IM) wurden eingeschleust, die meist aus der eigenen Szene kamen und von der Stasi unter Druck gesetzt wurden. Die Punk-Bewegung der DDR fand einen Raum der Sicherheit in den evangelischen Kirchen , wo sie auch Konzerte veranstalteten. Bands mit Kultstatus waren im Osten „Schleimkeim“, „Namenlos“, „L´Attentat“ oder „Müllstation“. Ab Mitte der 1980er Jahre lockerte der Staat den Umgang mit dieser Jugendbewegung und setzte auf Kontrolle durch Anpassung, indem ausgewählte Bands spielen und auch Alben aufnehmen durften. Diese waren unter dem Sammelbegriff „Die anderen Bands“ zu finden. Hierzu gehörten „Die Art“, „Feeling B“ , „Sandow“ oder „Die Skeptiker“. Der Punk in der DDR hatte eine große Auswirkung auf die Kunstszene. Noch heute finden wir bekannte Künstler die aus dieser Szene entstammen, wie zum Beispiel Cornelia Schleime. #Jugendkultur