Der Presse-Skinhead

Skinheads – jeder kennt sie und doch wissen sehr wenige was dahintersteckt. Seit den 1970er und 80er Jahren werden sie fälschlicherweise mit Rassisten, Faschisten und Neo-Nazis in einen Topf geworfen. Schuld sind schlecht recherchierte Berichte, die vor allem aus der Regenbogenpresse stammen. Doch woher kommt diese Jugendkultur der Skinheads und was verbirgt sich hinter der Skinheadszene?

Die schwarzen Wurzeln der Skinheadbewegung

Alles begann um 1969. In einer Zeit, als es zur Mode wurde die Haare lang zu tragen kamen die Arbeiterkinder in East London auf die Idee gegen den Strom zu schwimmen und kürzten sich die Haare auf 1,2 bis 1,6 Zentimeter.

In East London wohnten nicht nur englische Familien, sondern auch dunkelhäutige Einwandererfamilien aus Jamaika und anderen Westindischen Inseln. Die Jugend verband vor allem die Vorliebe an Schwarzer Musik wie Early Reggae , auch Skinhead-Reggae genannt, Ska und Northern Soul und die Herkunft aus der Arbeiterklasse. Aus einer Fusion der schwarzen „Rude boys“ und den weißen „Mods“ entstand die Skinheadbewegung und grenzte sich stark von den modebewussten „Mods“ und den langhaarigen Hippies ab. Nach und nach bekam das Skinhead-Outfit eine eigene Arbeiterklassen-Ästhetik. Stolz auf ihre Wurzeln im Proletariat zeigten sie im Alltag, woher sie kamen. Die Arbeiterschuhe, Blue Jeans und Hosenträger wurden neben dem Kurzhaarschnitt zum Markenzeichen. Egal ob weiß oder schwarz, die Rassenzugehörigkeit war nie ein Thema.

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Zusammen feierten sie, gingen zum Fußball, tanzten zur Schwarzen Musik und prügelten sich auf der Straße.

Revival der Skinheads

Ein Revival erlebte die Szene nach der ersten Punkwelle. In der zweite Punkgeneration etablierte sich der „Oi!“ ein aggressiv gespielter Punk im hämmernden Rhythmus. Die Haare wurden noch einmal um einiges kürzer. Anfang der 1980er Jahre wurde die Skinheadszene politischer und fing an sich zu spalten. Es polarisierten sich nun neben den Traditionellen die politischen Linksextremen und Rechtsextremen heraus. Rechte politische Parteien versuchten diese Jugendkultur für sich zu vereinnahmen und teilweise gelang es ihnen auch. Das war ein gefundenes Fressen für die Medien, da nun auch Neonazis, die nichts mit der Skinheadkultur zu tun hatten, das Outfit übernahmen.

Im Allgemeinen lässt sich die Szene heute grob in traditionelle Skins, auch Trojan-Skins nach dem Label Trojan Records benannt, „SHARP“-Skins als antirassistische Skinheads, linksradikale „Redskins“ und „RASH-Skins“ sowie unpolitische „Oi!-Skins“ einteilen. Am rechten Außenrand finden sich noch ein paar rechtsextreme Naziskins, die vom Rest der Szene verächtlich nur "Boneheads" genannt werden.

Mit der Zeit haben Skinheads eigene Modelabel und Marken. Dazu gehört unter anderem "Fred Perry", "Dr. Martens" oder "Alpha Industries".