Siegfried Müller

Als „Der lachende Mann“ oder „Kongo-Müller“ erlangte er als deutscher Söldner in Afrika in den 1960er-Jahren durch die Presse einen hohen Bekanntheitsgrad. Vor allem wurde er ein propagantistischer Spielball zwischen der damaligen DDR und der BRD.

Siegfried Friedrich Heinrich Müller wurde 1920 in Crossen an der Oder geboren und starb 1983 in Boksburg, Südafrika. Bereits 1931 trat Müller der paramilitärisch rechten Jugendorganisation des Stahlhelms bei und wechselte 1933 in die Hitlerjugend. Im Jahr 1938 meldete er sich nach dem Abitur vorzeitig zum Reichsarbeitsdienst (RAD) und wechselte 1939 in die Wehrmacht.

Im Zweiten Weltkrieg diente er in Polen, Frankreich und in der Sowjetunion. Nach eigenen Aussagen verließ er zum Kriegsende die Wehrmacht mit dem Rang eines Oberleutnants. Dies ist aber weder im Wehrpass oder Soldbuch, noch in Unterlagen der amerikanischen Kriegsgefangenschaft dokumentiert.

Nach der Kriegsgefangenschaft diente er als Offizier in der Amerikanischen Dienstgruppe. Nachdem er nicht der Bundeswehr beitreten konnte, ging er nach Nordafrika, wo er für eine Erdölfirma aus den Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkrieges Minen räumte. Danach zog er 1962 mit seiner Ehefrau und Tochter nach Südafrika.

Der deutsche Söldner in Afrika

Zwischen 1964 und 1965 wurde er als Söldner angeheuert, um im Kongo den Aufstand der Simbas niederzuschlagen. Er wurde gleich als Offizier eingestellt, da er über Kampferfahrungen im Zweiten Weltkrieg verfügte.

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Nach einigen Scharmützel gab es menschliche Verluste. Der Reporter Gerd Heidemann traf vor Ort auf die Söldner, um über sie an einer Fotoreportage für den Stern zu arbeiten. Das machte Siegfried Müller als Söldner im Kongo in der Bundesrepublik bekannt. In dieser Söldnertruppe wurde er 1964 in den Rang eines Majors erhoben. Im Mai 1965 zog er sich dann wieder in sein Privatleben nach Südafrika zurück, wo er unter anderem für eine Sicherheitsfirma arbeitete.

Müller und die Presse

Trotz weniger militärischer Erfolge und hohen menschlichen und materiellen Verlusten durch seine Führung, erlangte er im Ausland als Söldnerführer einen hohen Bekanntheitsgrad, da er sich für die Presse gerne in Szene setzte. Dafür wurden die Geländewagen der Söldner mit menschlichen Knochen und Schädel dekoriert. Oft wurden Geschichten von Müller übertrieben in der Presse wiedergegeben. Sie machten aus ihm viel mehr, als er war.

Die damalige DDR sah in Siegfried Müller eine Galionsfigur des westlichen Imperialismus und besuchte ihn, um mit ihm ein Fernsehinterview zu führen.

In seinem Drang zur Selbstdarstellung ließ er sich auf dieses Interview ein. Die DDR-Reporter boten ihm während des Gespräches Getränke an, wobei Müller gleich den Alkohol bevorzugte. Je mehr Zeit verging, umso mehr Alkohol konsumierte er und wurde unüberlegt redseliger. Die ostdeutschen Filmemacher bogen die Themen des Söldners in ihre Richtung, um sie für ihre Propaganda ausschlachten zu können. Da er im Gespräch stets ein Lächeln auf den Lippen hatte, bekam der Dokumentarfilm den Namen: „Der lachende Mann“.

Im Großen und Ganzen kam Siegfried Müller mehr Ruhm und Ehren, als er verdiente, da er als Propagandawerkzeug jener Zeit genutzt wurde.