Homosexualität ist keine Krankheit mehr

Heute ist der 17. Mai und seit 2005 ist es ein internationaler Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie. Der 17.Mai wurde deswegen gewählt, da an diesem Tag im Jahr 1990 die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität aus der Liste der Krankheiten strich. Allerdings ist Transsexualität noch immer in dieser Liste unter der Rubrik psychische Störung zu finden. Eine Änderung diesbezüglich ist noch für dieses Jahr vorgesehen.

Noch immer gibt es Länder, in denen Homosexualität strafbar ist oder gar unter Todesstrafe steht. Auch in Deutschland ist es gar nicht so lange her, dass gleichgeschlechtliche Handlungen unter Strafe standen.

Aber die Änderung eines Gesetzes sagt nichts über die Toleranz der Gesellschaft aus. Meistens sind es religiöse Gründe, die den Weg in die Gesellschaft fanden und den Hass gegen das Anderssein propagierten. Auch gibt es eine Homophobie bei Personen, die sich sexuell nicht definiert fühlen und daher Angst vor der Homosexualität haben. Es sollte aufgehört werden, die Menschen auf ihr sexuelles Leben zu reduzieren. Noch immer sollte doch die Menschenwürde unantastbar sein.

Kriminalität mit homophoben Hintergründen

Trotz Seehofers rückgängiger Kriminalstatistik, scheint dies nicht für Gewalttaten gegen sexuell anders orientierte Menschen zu gelten. Es wurden mehr Übergriffe auf Schwule, Lesben und Transmenschen im Jahr 2017 verzeichnet. Fängt es meistens mit verbalen Attacken an, geht in ein Anrempeln über und endet in handgreiflichen Auseinandersetzungen.

Es kommt wieder immer öfter vor, dass homosexuelle Menschen auf der Straße belästigt werden. Und das, obwohl Deutschland als ein aufgeklärtes Land gilt, das längst nicht mehr an veraltete Denkstrukturen festhält. Es kam im vergangenen Jahr zu 324 Übergriffen alleine in Berlin, die beim Anti-Gewalt-Projekt Maneo gemeldet wurden. Dabei ist die Dunkelziffer weitaus höher. Ein Drittel der Taten sind Körperverletzungen. Beleidigungen und Bedrohungen sind an der Tagesordnung. In 14 Prozent gab es Raubüberfälle. Bei den Tätern und Opfern handelt es sich meistens um Männer.

Jede Tat soll angezeigt werden

Erst Anfang Mai kam es in Berlin an der Sonnenallee in Neukölln zu einem brutalen Übergriff, bei dem der mutmaßliche Täter an einer Bushaltestelle auf eine 53-jährige Transfrau einschlug und ihr dann gegen den Kehlkopf trat. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) zeigt sich besorgt über die hohe Zahl homophober Taten und rief dazu auf, jeden Vorfall anzuzeigen. Die bei der Polizei Angezeigten Fälle liegen unter den Zahlen von Maneo-Statistiken, da noch viele den Weg zur Polizei scheuen.