Bombenfund in Delmenhorst

In Delmenhorst wurde eine nicht detonierte Zehn-Zentner-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg [VIDEO] entdeckt. Geplant ist die Entschärfung für den 18. Mai, wofür bis zu 4.100 Personen am Freitag gegen 8 Uhr evakuiert werden, damit gegen 12 Uhr mit der Entschärfung begonnen werden kann. Für diese Zeit werden diverse Straßen gesperrt. Notunterkünfte für die Evakuierten werden bereitgestellt. Die Evakuierungszone darf während der Arbeiten nicht betreten werden. Daher ist es auch keine Einladung für Diebe, da dieser Bereich abgesperrt wird. Ab 14 Uhr soll der Rücktransfer erfolgen und bis 17 Uhr soll die komplette Aktion beendet sein.

Explosive Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg

In den vergangenen Jahren gab es schön öfters Bombenfunde in Delmenhorst. So wurde 1992 eine 125-Kilo-Bombe entschärft. Bei Baggerarbeiten fanden Arbeiter 1969 eine Phosphorbombe. Im Jahr 1963 explodierte auf einem Acker eine Panzermine und tötete einen Landarbeiter. Eine Fünf-Zenter-Bombe wurde 1955 auf einer Wiese gesprengt. Auf einer Straße entschärfte ein Oldenburger Sprengmeister 1954 einen Bombenblindgänger. Bei Straßenbauarbeiten wurde eine Zehn-Zenter-Bombe entdeckt und unschädlich gemacht. Im Jahr 1952 wurden fünf Lastwagenladungen mit Flak-Munition und Granaten aus der Sandhauser Brake geborgen. Und mit Sicherheit schlummert noch weiteres explosives Material in und um Delmenhorst.

Blindgänger in Deutschland

Blindgänger sind Munition, die nach ihrer Anwendung nicht explodiert sind.

Ursachen dafür sind meist technisches Versagen. Bei Bomben versagen oft die Zünder. In Deutschland werden seit mehr als 70 Jahren noch Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, die eine große Gefahr darstellen. Davon sind vor allem Ballungs- und Industriegebiete betroffen, da diese stark von alliierten Fliegerverbänden systematisch bombardiert worden sind. Experten sprechen davon, dass zwischen 10 und 20 Prozent der abgeworfenen Bomben Blindgänger waren und nicht explodierten. Am häufigsten kommen diese Funde bei Boden- und Bauarbeiten zum Vorschein. Die noch nicht entdeckten Blindgänger wurden 2013 auf 100.000 geschätzt. Jährlich werden etwa 5.500 Blindgänger entschärft.

Beim Entschärfen der Blindgänger kam es in Deutschland auch schon zu Unfällen, wie zum Beispiel 1990 in Wetzlar. Bei der Entschärfung einer amerikanischen Bombe des Typs SAP 1000 lb mit Langzeitzünder M 125 wurden zwei Menschen getötet und drei Menschen verletzt. Mit dem selben Bombentyp gab es auch 2010 in Göttingen einen tragischen Unfall mit drei Toten und sechs Verletzten.