Drogendelikte in Deutschland

Nun wurden Zahlen zur Drogenkriminalität durch die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CDU) und das Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlicht. Während laut Statistiken der Bundesregierung die Kriminalität in Deutschland angeblich sank, wurde bei Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz ein Anstieg verzeichnet. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 330.000 Straftaten in Bezug auf Rauschgift erfasst, wobei dies im Vergleich zum Vorjahr 9,2 Prozent ausmacht. Damit steigt seit sieben Jahren kontinuierlich die Drogenkriminalität. Da der Konsum anstieg, wirkte sich dies auf den Handel aus. Die Handelsdelikte hatten einen Aufschwung von 5,5 Prozent.

Wo viel Nachfrage ist, wird auch reger Handel getrieben. Auf dem Vormarsch ist Kokain, das immer mehr die Nasen in Deutschland erobert. Es wurde ein Zuwachs von 17,9 Prozent bei Handelsdelikten mit Kokain registriert. Bei Cannabis war es ein Zuwachs von 11,8 Prozent.

Innerdeutsche Wege

In ganz Deutschland wurden 668 Cannabis-Plantagen und 14 Rauschgiftlabore sichergestellt. Cannabis ist bisher noch immer der Liebling aller Rauschmittel in Deutschland. Durch das Internet wurden neue Vertriebswege erschlossen. Im Gegensatz zu früher muss es sich nicht mehr auf der Straße heimlich organisiert werden, sondern wird nun bequem frei Haus per Post geliefert. Im Zusammenhang mit dem Internet wurden 2541 Delikte erfasst, wobei das Dunkelfeld enorm groß ist.

Kokain

Kokain ist eine Rauschdroge die psychisch aber nicht physisch abhängig machen kann.

Es wird aus den Blättern des südamerikanischen Kokastrauchs gewonnen. Diese werden in Labore mit Hilfe von Lösungsmitteln sowie Benzoylchlorid und Methanol zu Kokain verarbeitet. Zur weiteren Verarbeitunge kommen technische Hilfsmittel wie Kerosin oder Batteriesäure aber auch andere gesundheitsgefährdende Mittel zur Anwendung. Bei der Konsumierung bewirkt es im Zentralnervensystem eine Stimmungsaufhellung, unterdrückt Hunger und Müdigkeit, bewirkt Euphorie und steigert das Gefühl der Leistungsfähigkeit. Die Nebenwirkungen sind eine Erhöhung der Pulsfrequenz und ein erhöhter Blutdruck. Da das Hungergefühl unterdrückt wird und es zu Schlafstörungen kommen kann, geht der regelmäßige Konsum auf die Körperreserven und es kann zu Mangelerscheinungen führen. Beim Nachlassen der Wirkung wird es häufig einen „Crash“ geben, der depressionsartige Zustände hervorruft. Nach Schätzungen liegt der Jahresverbrauch an Kokain in Deutschland bei 20 Tonnen. Es ist keine Billigdroge und der Schwarzmarktpreis liegt in Europa zwischen 40 und 90 Euro pro Gramm.