Immer mehr Briten werden eingebürgert

Trotz Brexit scheinen sich viele Briten in der Europäischen Union doch wohler zu fühlen, als es den Anschein hat. Im vergangenen Jahr wurden 162 Prozent mehr Briten in Deutschland eingebürgert. So erwarben 2015 nur 622 Briten die deutsche Staatsbürgerschaft, während es im Jahr 2016 schon 2865 waren, 361 Prozent mehr, und im vergangenen Jahr waren es 7493 Briten, also nochmals 162 Prozent mehr zum Vorjahr. Die Zahl der Einbürgerungen ist insgesamt 2017 mit 112.000 Ausländern um 1,7 Prozent angestiegen. Es ist der höchste Stand seit 2013. Die Briten stehen damit bei der Einbürgerung nach den Türken an zweiter Stelle, noch vor Polen, Italienern und Rumänen.

Einbürgerung in Deutschland

Unter bestimmten Voraussetzungen haben Ausländer die Möglichkeit in Deutschland eingebürgert zu werden und die deutsche Nationalität zu erhalten. Dafür muss ein Antrag gestellt werden. Wer über 16 Jahre ist, muss ihn selber stellen. Bei Kindern, die jünger als 16 Jahre sind müssen die Eltern diesen Antrag ausfüllen. Momentan betragen die Kosten für die Einbürgerung pro Person 255 Euro und für Kinder, die mit den Eltern zusammen eingebürgert werden, kostet es 51 Euro.

Die Einbürgerung kann nur erfolgen wenn ein unbefristetes Aufenthaltsrecht, eine Blaue Karte der EU oder eine befristete Aufenthaltserlaubnis, die zu einem dauerhaften Aufenthalt führen kann, vorliegt. Weiterhin wird eine Prüfung über Kenntnisse der deutschen Sprache [VIDEO], dem Wissen um die Lebensverhältnissen in Deutschland und der Gesellschaftsordnung abverlangt.

Es wird vorausgesetzt, dass derjenige der in Deutschland leben möchte, auch mit der deutschen Kultur und dem Alltagsleben vertraut ist. Der Antragsteller muss mindestens acht Jahre in Deutschland gelebt haben, nie wegen einer Straftat verurteilt worden sein und belegen, dass der Lebensunterhalt eigenständig ohne Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II bestritten werden kann. Zur politischen Grundeinstellung nach der in Deutschland gelebt wird und somit zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland muss sich bekannt werden.

Deutsche Staatsangehörigkeit

Die Nationalität kann durch das Geburtsrecht laut Gesetz, durch Adoption oder Heirat oder durch die Antragsstellung unter gewissen Voraussetzungen erworben werden. Auch gibt es eine Ehrenbürgerschaft, die als Auszeichnung für besonders geleistete Dienste vergeben wird und eher symbolisch zu sehen ist.

In der deutschen Geschichte gab es früher kein einheitliches Deutschland, sondern etliche Königreiche oder Gliedstaaten.

Dadurch gab es auch keine einheitliche deutsche Staatsbürgerschaft. Später im Deutschen Reich von 1871 gab es keine deutsche Angehörigkeit, allerdings hatten alle Gliedstaaten wie zum Beispiel Bayern, Preußen, Württemberg etc. ihre eigenen Staatsangehörigkeiten, die untereinander weithin nach gleichen Prinzipien angeglichen wurden. Die Staatsangehörigkeit im „Dritten Reich“ war durchzogen von der Rassenidiologie der Nationalsozialisten. Damit wurden viele Menschen von vornherein als deutsche Staatsangehörige ausgeschlossen. Nach dem Zweiten Weltkrieg hielt die Bundesrepublik daran fest, dass auch DDR-Bürger die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Die DDR hingegen führte 1967 eine eigene Staatsangehörigkeit ein, die alle einschloss, die bei der Gründung der DDR auf deren Territorium wohnten.