Nachkriegsliteratur

Wer sich für die deutsche Nachkriegsliteratur interessiert, kommt an an Günter Grass nicht vorbei. Sein Roman „Die Blechtrommel“ aus dem Jahr 1959 verschaffte ihn den internationalen Durchbruch und gehört zur „Danziger Trilogie“. Diese Trilogie umfasst drei inhaltlich voneinander unabhängige Romane, zu der auch „Katz und Maus“ von 1961 und "Hundejahre" aus dem Jahr 1963 gehören. Alle drei Werke spielen kurz vor, während und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Danzig. Im Jahr 1999 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Die Blechtrommel

Der Roman „Die Blechtrommel“ ist in drei Bücher aufgeteilt und handelt über Oskar Matzerath, der sich in einer Heil- und Pflegeanstalt Anfang der fünfziger Jahre befindet.

Dort fängt er an, seine Lebensgeschichte aufzuschreiben. In der Ich-Form erzählt er, wie er 1924 in Danzig geboren wurde. Schon bei der Geburt ist sein Verstand vollständig entwickelt. Als dreijähriges Kind hört er auf zu wachsen und berichtet über die Welt der Erwachsenen in der Kinderperspektive. Seine Blechtrommel, die er zum dritten Geburtstag geschenkt bekam und zu seinem treuen Begleiter wurde, hilft ihn, sich in Situationen zu versetzten, bei denen er selber nicht anwesend war um dann darüber berichten. Seiner Stimme ist so grell, dass er Glas zerspringen lassen kann. Trotz seinem Aussehen als Dreijähriger, entwickelt er sich innerlich zum Jugendlichen und letztendlich zu einem Erwachsenen. Im Zweiten Weltkrieg tritt er in einem Fronttheater auf. Seine Geliebte ist zugleich seine Stiefmutter und sein Sohn sein Stiefbruder.

Später zog er von Danzig nach Düsseldorf und versuchte sich in verschiedenen Berufen. Obwohl Oskar nicht straffällig wurde und sich nicht zu schulden kommen lies, flieht er als vermeintlicher Mörder nach Paris, wo er festgenommen und eine Anstalt eingewiesen wurde. Dieser tabulose Roman schwankt zwischen überspannter Komödie und Tragik. Dabei wird die Doppelmoral in verschiedenen Bereichen des Lebens angeprangert.

Der Autor

Günter Wilhelm Grass wurde 1927 in Danzig geboren und starb 2015 in Lübeck. Er gehörte nicht nur als Schriftsteller zur deutschen Kunstszene, sondern machte sich auch als Bildhauer, Grafiker und Maler einen Namen. Als Schriftsteller und politischer Intellektueller kommentierte er öffentlich aktuelle Themen aus dem politischen Geschehen. Er war aktiver Wahlkämpfer für die SPD und die Grünen.