Mehr Anträge für Rente mit 63

Immer mehr beantragen bei der Rentenversicherung die Rente mit 63. Die Anzahl der Anträge sind auf mehr als eine Million gestiegen. Seit 2014 haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Möglichkeit mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente zu gehen, wenn sie 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben. Seitdem wird die Altersgrenze pro Jahr um zwei Monate schrittweise angehoben. Jahrgänge ab 1964 können somit erst mit 65 nach 45 Jahren Einzahlung ohne Abschläge in den erwünschten Ruhestand gehen.

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Seit dieser Regelung vor vier Jahren bis Ende April diesen Jahres wurden 1.005.777 Anträge dieser Rentenform eingereicht, wobei 985.299 Anträge bewilligt worden sind.

Nach dem Gesetzentwurf zur Rente mit 63 wurden eigentlich gerade mal 200.000 Anträge jährlich erwartet.

Die gesetzliche Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung dient zur Altersvorsorge von Beschäftigten und Hinterbliebenen, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt worden sind. Die Zahlungen bauen auf die Finanzierung durch ein Umlageverfahren des Generationsvertrages auf. Die arbeitende Bevölkerung zahlt in die Rentenversicherung ein, um dies an die Rentner auszuzahlen. Der Beitragssatz beträgt seit dem 1. Januar 2018 18,6 Prozent. Bei Einführung der Rente 1891 durch Otto von Bismarck betrug er 1,7 Prozent. Im Jahr 1924 waren es im Durchschnitt 3,5 Prozent. Der Beitragssatz stieg kontinuierlich.

Kontroversen der gesetzlichen Rentenvor- und Rentenversorgung

Die gesetzliche Rentenversicherung sorgte immer wieder für Diskussionen.

Beim Umlageverfahren ohne Reserven ist das System gerade in Krisensituationen anfällig, da die Rentenzahlung auf den Schultern der arbeitenden Generation lastet.

Kontroversen gibt es auch beim Punkt der Gleichheit und Gerechtigkeit der Beitragszahler. Wenn die Zeit der Einzahlung in die Rentenversicherung von 45 Jahren nicht erfüllt ist, kann der Jahrgang 1964 erst mit 67 Jahren in Rente gehen. Viele, die fast ein komplettes Leben lang eine körperlich schwere Tätigkeit nachgingen sind im Alter mit 67 Jahren ein gesundheitliches Wrack. Derjenige, der körperliche Leistung als Arbeitnehmer erbringt, gehört nicht zu denen die am besten verdienen. Das wirkt sich auf die Höhe der monatlichen Rentenauszahlung aus. Es muss mit viel weniger Geld gerechnet werden, das für die Lebenshaltungskosten reichen muss. Welche Lebensqualität wird diese Person in den letzten Lebensjahren, die ihr bleiben, haben?