Richard Wagner

Wilhelm Richard Wagner wurde am 22. Mai 1813 in Leipzig geboren und starb am 13. Februar 1883 in Venedig. Er gehört bis heute zu den bekanntesten deutschen Komponisten und gilt als Erneuerer der europäischen Musik im 19. Jahrhundert. Damals lagen Text und Musik einer Oper in verschiedenen Händen. Wagner hatte die Vision ein Gesamtkunstwerk als Musikdrama zu schaffen. In jener Zeit war es eine revolutionäre Idee. In Leipzig begann Wagner 1831 ein Musikstudium und nahm Kompositionsunterricht.

Bei einem zweitklassigen Ensemble wurde ihm 1834 die Stelle als Musikdirektor der Magdeburger Theatergesellschaft angeboten.

Dort experimentierte er mit seinen neuen Ideen und führte viele Neuerungen ein. Er hielt die Sängerinnen und Sänger an, wie Schauspieler zu fungieren und den Dirigenten drehte er einfach mit dem Gesicht zum Orchester. Nach einigen abgesagten Aufführungen und Theaterpleiten wurde Wagner von Schulden erdrückt. Nach weiteren Misserfolgen entschloss er sich 1839 zur Flucht vor den Gläubigern. Mit dem Schiff ging es von Ostpreußen über London nach Paris. Paris galt als kulturelle Hochburg der Kunst. Doch dort Fuß zu fassen fiel Wagner schwer und er scheiterte daran. Erst 1843 wendete sich das Blatt, mit seiner Oper „Rienzi“, die ihm zum Durchbruch verhalf und ein großer Erfolg wurde. Nun erhält Wagner Angebote von vielen bekannten Bühnen.

Wagner, der Revolutionär

In Deutschland brodelten revolutionäre Gedanken, die mit der Märzrevolution überkochten.

Wagner schloss sich dieser Revolution in Dresden an und lernte dabei den Anarchisten Michail Bakunin kennen. Er beteiligte sich 1849 aktiv am Dresdner Maiaufstand. Nach dessen Niederschlagung wurde er steckbrieflich gesucht und flüchtete mit falschem Pass in die Schweiz.Diese revolutionäre Phase setzte er in seinen Werken um. Seine Werke wurden in Deutschland weiterhin aufgeführt und erfreuten sich internationalen Erfolg.

Der Weg zum Ruhm

Im Jahr 1862 wurde er amnestiert und konnte nach Deutschland zurückkehren. Er ging nach Wien und auch dort fraßen ihn die Schulden nach einiger Zeit wieder auf. Es drohte ihm sogar Gefängnis und so floh er in Frauenkleidern aus der Stadt.

Nach und nach kam der Wunsch in Wagner auf, ein eigenes Theater haben zu wollen, um unabhängig die Kreativität in seinen Werken ausleben zu können. Die helfende Hand kam unerwartet und von höchster Stelle. Der bayerische König Ludwig II. war ein Anhänger der Werke von Wagner und kam für dessen Schulden auf. Auch fand er die Idee eines eigenen Festspielhauses sehr interessant.

Der bayerische Hof hingegen war alles andere als begeistert. Als dann noch bekannt wurde, dass Wagner versuchte den König politisch zu beeinflussen, wurde er 1865 vom Hof verbannt und ging wieder in die Schweiz.

Auf der Suche nach einem geeigneten Ort für seine Festspiele, wurde er in Bayreuth fündig, wo 1872 der Grundstein für das Festspielhaus gelegt wurde. 1876 war es dann soweit und die Festspiele mit dem „Ring der Nibelungen“ wurden erstmals aufgeführt, wozu die politische und kulturelle Elite Europas geladen wurde. Die Musik und Inszenierung wurden zu einem vollen Erfolg. Wagner hatte es geschafft. Er erklomm die höchste Stufe seines Ruhms.