Gedenken an den Brandanschlag in Solingen

Bei einer Gedenkfeier in der Staatskanzlei in Düsseldorf wurde dem 25. Jahrestag des ausländerfeindlichen Brandanschlages in Solingen gedacht. Bei dieser Veranstaltung hat die Kanzlerin Angela Merkel vor Tabubrüchen durch Rechtspopulisten gewarnt, da dies in neue Gewalt ausarten könnte. Auf der Gedenkfeier rief die 75-jährige Mevlüde Genec, die zwei Töchter, zwei Enkelinnen und eine Nichte bei diesem Brand verlor, zur Versöhnung und gegen Hass auf.

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Was geschah vor 25 Jahren?

Nach der Wiedervereinigung kam es zwischen 1991 und 1993 zu einer Welle von rassistischen und fremdenfeindlichen Übergriffen.

Gerade Asylbewerberheime wurden Ziele von Brandanschlägen. Dies erreichte nach Ausschreitungen in Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen auch Mölln und Solingen. Es war vor 25 Jahren, als in der Nacht des 29. Mai 1993 vier Rechtsradikale das Haus einer türkischstämmigen Familie in Solingen anzündeten. Dabei kamen fünf Frauen und Mädchen ums Leben. Die Sonderkommission SOLO nahmen nach ihren Ermittlungen die vier tatverdächtigen junge Männer im Alter zwischen 16 und 23 Jahren aus der Solinger Neonazi-Szene fest. Nach 127 Verhandlungstagen wurden die Angeklagten zu langjährigen Haft- oder Jugendstrafen verurteilt. Die wegen Mordes verurteilten Männer sind heute, nach abgesessener Strafe, wieder frei. Zwei von ihnen wurden wegen guter Führung vorzeitig entlassen.

Xenophobie im Alltag

Gerade in der heutigen Zeit wird rechtes Gedankengut und Xenophobie von diversen Gruppierungen als Normalität propagiert.

Dabei bedienen sie sich Mitteln des Alltages und der Not der Bürger, die sich von Politikern nicht verstanden fühlen. Fremdenfeindlichkeit hat oftmals seine Wurzeln im Nationalismus, Rassismus oder Regionalismus. Die Angst vor dem Fremden ist keine neue Erfindung. Seit längerem versucht die Wissenschaft das menschliche Verhalten und somit auch den Ursachen der Xenophobie auf den Grund zu gehen.

Evolutionsbiologisch liegt die Wahrscheinlichkeit nahe, dass die Angst vor dem Fremden ein territoriales Verhalten war, um lebensnotwendige Ressourcen zu sichern. Bei einigen scheint dieses Verhalten evolutionsbedingt noch nicht verdrängt worden zu sein. Das Resultat der Fremdenfeindlichkeit ist Ausgrenzung, Diskriminierung aber auch Gewalt. Das Phänomen der Aggression gegen Fremde ist weltweit anzutreffen. Dabei geht es vor allem gegen einen Bevölkerungsteil, die eine größere Minderheit bildet, da diese ein höheres Angstrisiko darstellt. Andere Minderheiten werden dadurch in Mitleidenschaft gezogen.