Karl-Marx-Statue angezündet

Am Donnerstagmorgen haben Unbekannte in Trier Feuer an der Karl-Marx-Statue gelegt. Nach Polizeiangaben wurde ein Banner der Statue in Brand gesetzt. Die Feuerwehr habe den Brand aber problemlos löschen können. Außer einigen Rußspuren, habe die Statue keinen weiteren Schaden genommen. Die Hintergründe für diese Tat sind noch unklar. Die fünfeinhalb Meter hohe Karl-Marx-Statue war ein Geschenk der Volksrepublik China an Trier zum 200. Geburtstag von Karl Marx, der in dieser Stadt geboren wurde. Am Tag seines Geburtstages, dem 5. Mai, wurde das Standbild feierlich enthüllt.

Ein ganz großes Geschenk

Dieses chinesische Geschenk wurde Gegenstand vieler Kontroversen.

Anfänglich hat der Stadtrat sogar darüber debattiert, ob dieses Geschenk überhaupt angenommen werden soll. Zur feierlichen Enthüllung des gigantischen Marx wurden rund 200 Ehrengäste geladen. Während die einen den Jahrestag des Philosophen zelebrierten, kam es bei anderen zu Protesten gegen die Aufstellung der Statue. Eigentlich wollte die Stadt Trier nur eine lebensgroße Figur haben, doch China überraschte mit einem viel größeren Geschenk des Bildhauers Wu Weishan. Sie ist aus Bronze und wiegt 2,3 Tonnen. Der fünfeckige Sockel besteht aus Basaltlava. Die Höhe von 5,5 Metern soll eine Anspielung auf das Geburtsdatum des Denkers am fünften Tag des fünften Monats sein.

Karl Marx

Karl Marx wurde 1818 in Trier geboren und starb 1883 in London. Er war ein deutscher Philosoph, Gesellschaftstheoretiker, Ökonom und politischer Journalist.

Kurz: Er war ein Denker seiner Zeit. Zusammen mit Friedrich Engels verfasste er wichtige Schriften zu Theorien des Sozialismus und Kommunismus. Er analysierte die Geschichte nach den jeweiligen Klassengesellschaften und beeinflusste mit seinen politischen und ökonomischen Auseinandersetzungen der sozialen Situationen der jeweiligen Klassen die politische Zukunft. Er war ein Theoretiker, der sich in die Lage des Proletariats hineinversetzte, ohne jemals einen Arbeitstag als solchen in einer Fabrik gehabt zu haben. Philosophisch setzt er sich mit der Lebenslage der Arbeiter als Opfer des Systems in Bezug auf das ökonomische Ungleichgewicht zur kapitalistischen Minderheit, die allerdings die Macht ausführt, auseinander.

Auf seine Theorien beriefen sich später viele Parteien und Diktaturen. Da Marx die „Diktatur des Proletariats“ als unausweichlich für die Verwirklichung des Kommunismus sah, blieben doch die meisten ehemaligen sozialistischen Staaten in diesem Stadium stecken, ohne den weiteren Schritt des marxistischen Weges, hinaus aus dieser Diktatur, gegangen zu sein. Ob es das Festhalten an der bestehenden Macht oder die Utopie einer Theorie in seiner Umsetzung in die Praxis war, sei dahingestellt.