Auf dem Weg zur Raumstation

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst ist nun schon zweiten Mal auf dem Weg zur Internationalen Raumstation (ISS). Die Sojus-Rakete hob heute planmäßig um 13.12 Uhr deutscher Zeit vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab. Wenn alles planmäßig verläuft, erreichen Gerst zusammen mit dem russischen Kampfpiloten Sergej Prokopjew und der US-amerikanischen Ärztin Serena Auñón-Chancellor in zwei Tagen die Raumstation ISS. Dort werden sie nach 34 Erdumrundungen andocken und auf zwei Astronauten aus den USA und einen russischen Astronauten treffen, die sich derzeit auf der ISS aufhalten.

Die ISS (International Space Station) wurde in internationaler Zusammenarbeit aufgebaut und betrieben.

Seit dem Jahr 2000 ist diese Raumstation dauerhaft mit Astronauten bemannt. Sie ist modular aufgebaut und einzelne Baugruppen wurden von Raumfähren in die Umlaufbahn gebracht, um sie dort nach und nach zusammenzusetzen. Derzeit hat die Station eine Länge von 109 Metern und eine Breite von 73 Metern. Die Energieversorgung geschieht über Sonnenenergie.

Der Aufenthalt

Als erster Deutscher soll der promovierte Geophysiker während der zweiten Hälfte seiner Mission, die den Namen „Horizons“ trägt und 188 Tage andauern wird, der Kommandant der Raumstation sein. Dies ist ungewöhnlich, da im Regelfall der Kommandant aus dem Land der Hauptgeldgeber, in diesem Fall aus den USA oder Russland, gestellt wird. Das Ziel dieser Mission sind unter anderem etwa 300 wissenschaftliche Experimente durchzuführen.

Davon sollen 41 Experimente für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) getätigt werden. Das DLR erkundet mit dem Projekt „Cimon“ künstliche Intelligenz, wofür ein Roboter getestet werden sollen, der auf Sprachbefehle hört.

Alexander Gerst

Alexander Gerst wurde 1976 in Künzelsau, in Baden-Württemberg, geboren. Er ist ein deutscher Astronaut mit zwei Weltraumaufenthalten und Geophysiker. Gegen 8407 Mitbewerber setzte er sich beim Auswahlverfahren der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) durch und absolvierte seine astronautische Grundausbildung im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln. Der erste Weltraumflug fand am 28. Mail 2014 als Bordingenieur der ISS-Expedition 40 und 41 statt. Damit war er nach Thomas Reiter und Hans Schlegel der dritte Deutsche Astronaut auf der ISS. In seinem Außenbordeinsatz, der sechs Stunden und 13 Minuten dauerte, wurde unter anderem eine defekte Kühlpumpe umgelagert und neue Kabelsysteme installiert. Für seine wissenschaftliche Arbeit auf diesem Flug wurde ihm am 13. Januar 2015 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.