Weniger Beitrag für gesetzliche Krankenversicherung

Der Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der vor allem den mehr als 56 Millionen Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen gefallen wird. Ab dem nächsten Jahr sollen weniger Beträge gezahlt werden, sodass die Arbeitnehmer von einer Entlastung, die insgesamt acht Milliarden Euro pro Jahr entsprechen sollen, profitieren werden. Da dieser Entwurf als eilig erklärt wurde, kommt er nun in den Bundestag. Der Krankenkassenbeitrag setzt sich aus einem festen Betrag zusammen, der für alle uneingeschränkt gilt und bei 14,6 Prozent liegt, der zur Hälfte von jeweils den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern gezahlt wird, und einem variablen Betrag.

Der variable Anteil wird bis jetzt nur von den Arbeitnehmern gezahlt und liegt durchschnittlich bei 1,0 Prozent.

Arbeitgeber protestieren gegen Zahlungsbeteiligung

Ab 1. Januar 2919 sollen die Zahlungen der Zusatzbeiträge zur Hälfte auf die Arbeitgeber umgeschichtet werde. Proteste von Seiten der Arbeitgeber ließen nicht lange auf sich warten. Argumentieren doch die Arbeitgeberverbände (BDA) mit einem „Tiefschlag für Wettbewerb, Wachstum und Beschäftigung“. Sie befürchten gerade für kleinere Betriebe eine Gefahr einer Schwächung der Leistungsfähigkeit durch diese finanzielle Mehrbelastung. Bis zu 38 Euro werden die Arbeitnehmer und Rentner monatlich weniger an Beiträge zahlen. Bei einem Einkommen von 3000 Euro macht dies 15 Euro an Ersparnissen aus.

Die Krankenversicherung in Deutschland

Die Krankenversicherung (KV) springt bei Erkrankungen, Heilung oder Pflege sowie bei Leistungsausfall ein.

Sie deckt teilweise oder aber auch voll ärztliche Behandlungskosten und formt einen Teil des Gesundheits- und Sozialversicherungswesens. In Deutschland ist es allen Einwohnern gesetzlich vorgeschrieben eine Absicherung für den Krankheitsfall zu haben. Zur Versicherung stehen gesetzliche oder private Krankenversicherungen zur Auswahl.

Historisch gesehen hat Deutschland das weltweit älteste soziale Krankenversicherungssystem und geht auf das Krankenversicherungsgesetz vom 15. Juni 1883 durch Otto von Bismarck zurück. Dieses Gesetz beinhaltete für alle Arbeitnehmer unterhalb eines gewissen Jahreseinkommens eine verpflichtende Kranken-, Pensions-, Unfall- und Invalidenversicherung. Nachdem diese Versicherungen für Angestellte der untersten Lohngruppen angedacht war, wurden sie mit der Zeit auf die komplette Bevölkerung ausgeweitet.