Wir benutzen es jeden Tag, es ist fast immer und überall präsent, auch wenn wir es nicht immer mitbekommen. Egal ob als Verpackung, Dose oder Dekoration, wir benutzen Plastik für vieles. Die meisten vergessen hierbei jedoch, dass Plastik [VIDEO] so wie vieles, auch Nachteile hat. Warum genau ist es aber so gefährlich? Wo kann man die Folgen besonders deutlich sehen und wie kann man den Müll wieder entfernen?

Plastik Strudel in den Meeren der Welt

Die Meere, Seen und Flüsse auf unserem Planeten schaffen für eine riesige Anzahl von Lebewesen einen Lebensraum und bieten uns Nahrung. Wir erholen uns an Seen oder an Küsten verschiedener Länder.

Was wir dabei meist aber nicht sehen, sind die negativen Auswirkungen, die unsere Handlungen auf die Umwelt haben. Abfall wird liegen gelassen, Müll wird unachtsam weggeworfen. Dieser Müll gelangt dann oftmals, auch wenn es nicht so beabsichtigt war, auf Umwegen in Seen, Flüsse oder die Meere. Daraus bilden sich dann oftmals riesige Strudel bzw. Felder voller Müll. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Great Pacific Garbage Patch, ein riesiger Müllstrudel im Nord Pazifik, welcher fast die Größe der USA hat und nach anderen Messungen sogar doppelt so groß ist. Er ist jedoch nicht der einzige Müllstrudel, der auf den Ozeanen unserer Welt herumkreist. Es gibt noch viele andere und auch Flüsse und Seen sind von Plastik ''befallen''. Es gibt viele Überlegungen, wie man diesen beseitigen könnte, die Umsetzung eines Plans geschah bisher aber nur teilweise.

Es bleibt also fraglich, wie genau man gegen diese riesige Müllhalde vorgeht und ob sie jemals wieder aufgeräumt werden kann.

Gefahren für den Mensch und Tiere

Wieso genau Plastik jetzt aber gefährlich für Tiere und den Menschen ist, kann relativ einfach erklärt werden. Das Plastik zersetzt sich mit Hilfe des Wasser und der Sonneneinstrahlung langsam zu Mikroplastik. Diese kleinen Plastikteile werden dann von Fischen oder anderen Meereslebewesen gegessen und sie vergiften sich somit selbst. Der Mensch fängt den Fisch, um ihn zu verzehren und sorgt somit dafür, dass auch er Plastik in sich aufnimmt und seinem Körper damit schadet. Aber auch Salz, welches von der Meeresoberfläche abgenommen wird, enthält Anteile von Mikroplastik und gelangt dann in unseren Körper. Fische und Tauchvögel können sich zudem auch in alten Fischernetzen verfangen, welche zurückgelassen wurden und sterben so durch Erstickung. Aber auch Vögel und andere Lebewesen, die an Land leben, essen das Plastik, da es teils wieder an Küsten gespült wird und die Tiere es mit ihrer Nahrung verwechseln.

Es besteht sogar die Gefahr, dass die Elterntiere ihre Kinder mit Plastikteilen füttern und diese so sterben. Das Plastik gelangt also auf verschiedene Art und Weise auch in unsere Nahrungskette und vergiftet schlussendlich auch den Menschen.

Wie genau aber kann man den Ozean säubern?

Ein Vorschlag hierfür hat Boyan Slat. Er ist ein 23-jähriger Ingenieur und Erfinder aus den Niederlanden. Er hat mit 18 Jahren ein Netz bzw. eine Art Barriere zur Reinigung des Ozeans entwickelt und möchte damit, dass sich der Ozean sozusagen selbst reinigt. Die Technologie soll den Plastikmüll einfangen und zwischenlagern. Hierzu wird sich die Berechenbarkeit der Strömung zunutze gemacht, welche eine Eigenschaft des Nordpazifikwirbels ist. Die Plastikpartikel, die in der Strömung gefangen sind, sammeln sich hierbei zum Großteil im Westen und Osten des Wirbels. Durch die Strömung werden sie dann in die Netze getrieben. Diese Netze sind an einer Plattform befestigt und mit der Hilfe von „Ankern“ bewegt sich die Konstruktion langsamer als der Müll selbst. So kann man eine Menge von Arbeitskräften und Treibstoff sparen. Zudem kann das Plastik gesammelt und weiterverkauft werden. Der Umsatz wäre hierbei sogar höher als die Umsetzungskosten selbst. Es handelt sich um schätzungsweise 500 Millionen Dollar, es ist also sogar profitabel.

Das Projekt wurde häufig kritisiert und als eine zu einfache Lösung angesehen, die nicht realistisch ist. Slat lies sich jedoch nicht von seinem Weg abbringen und fing mit Konstruktionen und Tests an. Diese Tests verliefen alle äußerst erfolgreich und so soll schon im Verlauf diesen Jahres (2018) das erste System im Pazifik eingesetzt werden. Es kann so ca. die Hälfte des Garbage Patches innerhalb von 10 Jahren gereingt werden. Mit mehr Unterstützung und mehr Systemen kann der Prozess sogar noch stark beschleunigt werden. Es gibt also eine reelle Chance, die größte Müllhalde, welche einst als unaufräumbar galt, doch noch zu reinigen.

Kann man also von einer Beseitigung von der „Gefahr des Plastiks“ reden? Solange der Mensch weiter so unachtsam mit seiner Umwelt umgeht, wird diese Gefahr wahrscheinlich nie verschwinden.