Schlepper in Ungarn zu hohen Strafen verurteilt

In Ungarn wurden vier Angeklagte in einem Prozess zu jeweils 25 Jahren Zuchthaus wegen Schlepperei und Mord verurteilt. Das Schwurgericht in Kecskemét hat sie für schuldig befunden, für den Tod von 71 Flüchtlingen verantwortlich gewesen zu sein. Bei einer Schleuserfahrt sind die Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan qualvoll in einem Kühltranporter erstickt. Unter den Opfern befanden sich acht Frauen und vier Kinder.

Bei den vier Verurteilten handelt es sich um drei Bulgaren, den Organisator, den Fahrer des Lastkraftwagens und den Fahrer eines Begleitfahrzeuges, sowie ein Afghane, der der Kopf dieser Schlepperbande gewesen sein soll.

Weitere Angeklagte aus Bulgarien, dem Libanon und Afghanistan erhielten Haftstrafen zwischen drei und zwölf Jahren. Allerdings sind die Urteile noch nicht rechtskräftig.

Lastkraftwagen mit den Toten auf der Autobahn entdeckt

Der österreichischen Polizei fiel der Kühllastwagen im August 2015 auf der Autobahn A4 südöstlich von Wien auf, der dort auf dem Pannenstreifen stand. Der Laderaum war luftdicht abgeriegelt und mit Immigranten überfüllt. Dies führte dazu, dass die Menschen im Innenraum schon nach drei Stunden erstickt sein mussten. Das angestrebte Ziel der Flüchtlinge ist Deutschland gewesen. In Deutschland wird bei der Schlepperei juristisch von Einschleusung gesprochen und ist wie in vielen anderen Ländern strafbar.

Gefährliche Wege nach Europa

Viele Immigranten wählen den gefährlichen illegalen Wege, um nach Europa zu gelangen.

Tausende fanden dabei in den letzten Jahren den Tod oder werden noch immer im Mittelmeer vermisst. Für viele afrikanische Immigranten gehört das Durchqueren der Sahara um an das Mittelmeer zu gelangen zu einem hohen Risiko.

Ersticken, Ertrinken oder Verdursten gehören zu den Todesursachen während dieser gefährliche Odyssee. Die Flüchtlinge sind aber auch Gewaltübergriffen und Folter ausgesetzt. Viele Immigranten bezahlen an Schleuser sehr viel Geld, um an ihr Ziel zu gelangen. Je nach Zielland liegt der Preis bei etwa 30.000 US-Dollar. Durch dieses gewinnbringende Geschäft hat sich auch das organisierte Verbrechen neben dem Drogen- und Waffenhandel in dieser Sparte involviert.

Das Phänomen dieser risikoreichen Fluchten sind auf die Globalisierung und auf die Kluft zwischen arm und reich zurückzuführen. In Europa steht Großbritannien mit etwa 417.000 illegalen Flüchtlingen an erster Stelle, gefolgt von Spanien mit 280.000 und Italien mit 279.000 illegalen Immigranten.