Clara Zetkin

Am 5. Juli 1857 wurde Clara Josephine Eißner geboren. Einige kennen ihr Gesicht noch vom Zehn-Mark-Schein aus der Deutschen Demokratischen Republik und doch weiß heute kaum noch einer etwas mit diesem Namen anzufangen. Der Untergang der DDR war oft auch der Untergang von Namen und Lebensläufen historischer Persönlichkeiten, die den proletarischen Kampf für mehr Rechte der unteren sozialen Schicht vorantrieben.

So erging es auch der deutschen kommunistischen Politikerin, Friedensaktivistin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin. Mit der Zeit verblich auch ihr Name. Dabei gehörte sie zu den prägenden Initiatorinnen des Internationalen Frauentags.

Zur Person

Geboren wurde Clara in Wiederau als älteste Tochter der sehr modernen Mutter Josephine Vitale und dem Vater Gottfried Eißner. Sie boten ihrer Tochter eine gleichwertige Schulbildung, wie es damals eigentlich nur den Jungen zukam. Um den Kindern eine bessere Ausbildung zu ermöglichen, zog die Familie im Jahr 1872 nach Leipzig. In Privatseminaren ließ sie sich zur Volksschullehrerin ausbilden und gab danach als private Hauslehrerin Unterricht bei einer Unternehmerfamilie.

Das soziale Interesse hatte sie von der Mutter geerbt. Zudem prägte sich nun auch die Hingabe zu politischen Themen. So trat sie 1978 der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands bei, die 1890 in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) umbenannt wurde. Da sozialdemokratische Aktivitäten im Deutschen Reich verboten waren, ging sie zuerst nach Zürich und dann nach Paris ins Exil.

Clara lernte den russischen Revolutionär Ossip Zetkin kennen, der ihr Lebenspartner wurde. Durch ihn bekam sie einen intensiveren Einblick in den Marxismus. Obwohl sie nie verheiratet waren, nahm Clara seinen Familiennamen an. Sie hatten zusammen zwei Söhne, Maxim und Kostja. Die Familie zog 1890 nach Deutschland zurück. Dort tätigte sie Übersetzungen und war Herausgeberin der Frauenzeitschrift „Die Gleichheit“.

Nach dem Tod ihres Lebenspartners Ossip Zetkin, heiratete die 42-jährige Frau den 24 Jahre alten Kunstmaler Friedrich Zundel. Diese Ehe wurde 1927 geschieden. Als im nationalsozialistischen Deutschland die Kommunisten Angst um ihr Leben haben mussten, ging Clara Zetkin 1933 ins Exil in die Sowjetunion, wo sie bereits von 1924 bis 1929 wohnte. Dort starb die 76-jährige Frau am 20. Juni 1933.

Die politische Kämpferin

Zetkin lernte 1907 den russischen Kommunisten Lenin kennen, mit dem sie eine lebenslange Freundschaft verband. Eine weitere enge Freundin und Mitkämpferin an ihrer Seite war Rosa Luxemburg.

Zetkin setzte sich vor allem für die Gleichberechtigung der Frauen ein. So forderte Selbstbestimmung, das Frauenwahlrecht und das Recht auf freie Berufswahl, was zu jener Zeit für Frauen fast utopisch klang.

Während des Ersten Weltkrieges sprach sie sich offen gegen den Krieg aus und organisierte Antikriegs-Aktionen in der neutralen Schweiz. Ihre Antikriegshaltung brachte sie öfter ins Gefängnis und ihre Söhne wurden als Ärzte im Militärdienst daraufhin schikaniert.

Politisch wanderte sie von der SPD zur USPD, der sich als extremer linker Flügel von der SPD abspaltete. 1919 wurde die Kommunistische Partei Deutschlands gegründet, der Zetkin wie viele andere Linksrevolutionäre, beitrat. Dort wurde sie für die Partei von 1920 bis 1933 Abgeordnete im Reichstag der Weimarer Republik. Nebenbei war sie Mitglied anderer linken Organisationen. Der stalinistischen Diktatur stand sie stets skeptisch gegenüber. Ihr politisches Erbe als Frauenrechtlerin lebte in der DDR weiter, wo sie als eine Ikone der proletarischen Frauenbewegung [VIDEO] bis zum Untergang des Regimes verehrt wurde.