Scheidungsstatistik

Seit 25 Jahren wurde sich noch nie so wenig geschieden wie heute. Das Statistische Bundesamt hat am Dienstag neue Zahlen zu diesem Thema veröffentlicht. Somit wurden im Jahr 2017 insgesamt 153.500 Ehen geschieden. Zum Vorjahr waren das um die 9.000 Scheidungen weniger, also 5,5 Prozent. Das letzte Mal, dass sich die Scheidungsrate unter der Rate von 2017 befand, war 1992. In jenem Jahr ließen sich 135.000 Paare scheiden. Einen sehr hohen Stand an Trennungen erreichte das Jahr 2013. Dort kletterte die Anzahl auf fast 214.000 Scheidungen. In der Statistik spiegelt sich auch das sogenannte „verflixte siebte Jahr“ wider. Nicht immer genau im siebten, aber nach sechs Jahren fangen für viele Paare an, sich die Wege zu trennen.

Die Dauer der Ehe bis zur Scheidung liegt statistisch im Durchschnitt bei 15 Jahren.

Ehescheidung

Die Scheidung scheint in der heutigen Zeit ein normaler Akt zu sein, der außer auf den Philippinen und im Vatikan möglich ist. Jedes Land hat seine eigene Gesetzgebung zur Scheidung einer Ehe.

Da die Ehe ein kirchliches Sakrament ist, gab es in der deutschen Geschichte unterschiedliche Handhabungen. So erließ Joseph II. im Jahr 1783 ein Ehepatent, in dem die Trennung der kirchlichen und staatlichen Eheschließung strikt definiert wurde. Demnach konnten Paare, die nicht dem Katholizismus angehörten, sich scheiden lassen und erneut heiraten. Innerhalb Deutschlands wurde die Trennung bis zur Vereinheitlichung für das komplette Deutsche Reich 1874 unterschiedlich geregelt. Ehescheidungen, wie wir sie im heutigen Sinne verstehen, wurden in Deutschland 1938 mit dem nationalsozialistischen Ehegesetz eingeführt.

Damit war eine Scheidung von nun an unabhängig von der Konfession und für jeden Menschen möglich.

Die Ehe

Die Ehe ist durch das Gesellschaftsrecht und die Religion begründet. Die Bindung zweier Menschen wird meistens in einem Ritual öffentlich bekannt gegeben. Einige Kulturen und Religionen erlauben die Polygamie. Die Idee der Ehe ist eine dauerhafte Verbindung, bei der die Partner gegenseitig Verantwortung übernehmen. In dieser besiegelten Lebensgemeinschaft hat jeder seine Pflichten und Rechte.

Monogam lebende Völker waren in der Geschichte vor dem Christentum eher eine Seltenheit, wobei die Germanen eine Ausnahme bildeten. Wie damals die Römer berichteten, lebten sie in einem eheähnlichen Verhältnis zu zweit oder zu dritt in einer Polyandrie. Durch die christliche Missionierung wurde die Monogamie die vorherrschende Lebensform.