Das Leben des Pablo Neruda

Am 12. Juli 1904 wurde in der chilenischen Stadt Parral Neftalí Ricardo Reyes Basoalto geboren. Er war ein chilenischer Dichter und Schriftsteller [VIDEO], der sich mit seinen Gedichten gegen den Faschismus einsetzte. Seine Waffe war Papier und Feder. Er erhielt 1971 den Nobelpreis für Literatur.

Schon in seiner Kindheit fing er an mit Schreibübungen zu experimentieren. Im Jahr 1919 gewann er den dritten Preis mit einem Gedicht. Ab 1920 schrieb er für eine Literaturzeitschrift unter den Pseudonym Pablo Neruda. Er wählte ein Pseudonym, da der Vater das Schreiben des Sohns missbilligte. Von 1921 bis 1926 studierte Pablo Neruda Französisch und Pädagogik an der Universidad de Chile in Santiago.

Dort gewann er auch den ersten Preis für eines seiner Gedichte. Sein erstes Buch finanzierte er selbst und veröffentlichte es im Jahre 1923.

Neruda trat 1927 in den diplomatischen Dienst ein und arbeitete als Honorarkonsul in Südostasien. 1933 wurde er zum Honorarkonsul in Argentinien ernannt. Dort hatte er erstmals Kontakt zum spanischen Dichter Federico Garcia Lorca, der sich zu dem Zeitpunkt in Buenos Aires aufhielt. Ein Jahr später bekam er die Möglichkeit in Spanien zu arbeiten. Dort festigte sich die Freundschaft zwischen Neruda und García Lorca. Zusammen mit weiteren Redakteuren brachten sie die Zeitschrift „Caballo verde para la poesia“ heraus, von denen bis 1936 fünf Ausgaben erschienen. Der Beginn des spanischen Bürgerkriegs verhinderte die Publikation weiterer Ausgaben.

Politische Poesie

García Lorca wurde erschossen und obwohl Neruda aufgrund seiner Anstellung als Konsul zur Neutralität verpflichtet war, wurden seine Werke sozialkritischer und politischer.

Als die Putschisten fast Madrid erreichten, musste Neruda fliehen. Seine Flucht trieb ihn über Barcelona nach Paris. Dort schloss er sich einer Gruppe an, zu denen spanische Künstler, wie auch Pablo Picasso, und Journalisten gehörten. Die Gruppe brachte einen Lyrikband heraus, der die Situation in Spanien thematisierte.

Bei der Rückkehr 1938 nach Chile arbeitete er als Redakteur einer Zeitschrift. Viele seiner Artikel befassten sich mit dem Faschismus, der in jenen Jahren die Welt zu erobern drohte. 1945 kandidierte er als Unabhängiger für den Senat auf der Liste der Kommunistischen Partei Chiles. Nach der Wahl trat er der Partei auch bei. Als Senator genoss Pablo Neruda parlamentarische Immunität, die er nutzte, um gegen die Machenschaften des Präsidenten Chiles, González Videla, in seinen öffentlichen Reden vorzugehen. Dabei nahm er kein Blatt vor dem Mund und sparte auch nicht an Kritik. Daraufhin wurde die Immunität durch einen neuen Gesetzeserlass aufgehoben und gegen Neruda wurde ein Haftbefehl erlassen, was ihn zur Flucht zwang.

Da Pablo Neruda als Dichter bei den Chilenen sehr populär war, bekam er viel Hilfe und Unterstützung aus der Bevölkerung. Die Flucht führte ihn über Argentinien nach Paris, wo er mit der Hilfe Picassos rechnen konnte. In Europa schrieb er weiter und trat auf Friedenskongressen sowie politischen Veranstaltungen auf. 1952 durfte er laut der chilenischen Regierung wieder in sein Heimatland einreisen. Nach Chile zurückgekehrt blieb er seinem Schreiben treu. Angeblich erlag Pablo Neruda am 23. September 1973, kurz nach dem Putsch durch Augusto Pinochet seinem Krebsleiden. Militärs plünderten daraufhin sein Haus.

Gedenken an Pablo Neruda

Während Neruda in vielen westlichen Ländern schlichtweg ignoriert wurde, erhielt er einen besonderen Ehrenplatz in der Deutschen Demokratischen Republik, wo er als politischer Künstler gefeiert wurde. Gedichte wurden übersetzt, veröffentlicht und auch im Schulunterricht besprochen. Er war auf DDR-Briefmarken zu finden, es gab die Pablo-Neruda-Medaille und Schulen wurden nach ihm benannt.