Trio Angeklagt

Ein Trio, bestehend aus einer 79-jährigen Frau, ihrem 51-jährigen Sohn und einem 24 Jahre alten Mann, stehen ab dem 30. Juli vor dem Landgericht Aurich. Angesetzt sind bis Oktober 17 Verhandlungstage. Die Angeklagten sollen 18 Prostituierte im Alter zwischen 18 und 25 Jahren ausgebeutet haben und sollen wegen Menschenhandels und Zwangsprostitution angeklagt werden. Das Trio soll Frauen aus Tschechien und der Slowakei in eine finanzielle und persönliche Abhängigkeit getrieben haben. Weiterhin sollen die Hauptangeklagten die Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung in 61 Fällen unterschlagen haben.

Bereits im Februar wurden die Angeklagten verhört und die Ermittlungen aufgenommen.

Sie sollen junge Frauen aus Osteuropa mit dem Versprechen eines besseren Lebens nach Deutschland gelockt haben. Nach der Ankunft sollen die Frauen gezwungen worden sein in Bordellen in Südbrookmerland und Neermoor zu arbeiten, wo sie finanziell ausgebeutet worden sein sollen. In den Bordellen sollen hohe Anforderungen und eine Art Strafsystem geherrscht haben.

Prostituiertenschutzgesetz

Zum Schutz von Prostituierten trat am 1. Juli 2017 das Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) in Kraft. Es beinhaltet eine Erlaubnispflicht für alle Prostitutionsgewerbe sowie eine Anmeldebescheinigung der Prostituierten. Im umgangssprachlichen Gebrauch wird diese auch „Hurenpass“ oder „Hurenausweis“ genannt. Interessenverbände kritisieren das Gesetz und sehen es als eine Benachteiligung von Prostituierten.

Es wurde eine Gefahr darin gesehen, dass die Anonymität preisgegeben werden könnte. Unsicherheit herrscht auch über die Datenerfassung und deren Sicherheit.

Prostitutionsgewerbe in Deutschland

Prostitution ist die Tätigung einer sexuellen Handlung gegen Entgelt. Es gehört angeblich zu einem der ältesten Gewerbe der Menschheit. Seit dem Prostitutionsgesetz aus dem Jahr 2001 unterliegt sie nicht mehr dem Verdikt der Sittenwidrigkeit. Köln erhob 2004 als erste deutsche Stadt die kommunale „Sexsteuer“ auf Prostitution. Während dadurch im Jahr 2006 1,16 Millionen Euro generiert werden konnte, fielen die Einnahmen der Stadt im Jahr 2011 auf nur noch 750.000 Euro.

Statistiken über die Prostitution in Deutschland sollten mit Vorsicht genossen werden, da gibt es dazu keine verlässlichen Aussagen gibt. Nach sehr wagen Schätzungen könnte es sich deutschlandweit um 200.000 Prostituierte handeln, die dem Gewerbe nachgehen. Dagegen spricht Hydra von 400.000 und Chantal Louis sowie Alice Schwarzer sogar von geschätzten 700.000 Prostituierten.