Beim Schreiben meines ersten Artikels bin ich auf Zitate und Tipps eines Paartherapeuten, einen Prof. Dr. Dr. Dariush Barsfeld gestoßen, der in Beiträgen für verschiedene Zeitungen um etwa 2009 bis 2013 gar nicht mal so unbrauchbare Dinge gesagt hat. Etwas Recherche hat ergeben, dass der Mann inzwischen nicht mehr zu interviewen ist. Irgendeinen bösen Streich hat ihm das Leben offenbar gespielt. Das macht seine Aussagen von damals aber nicht falscher. Im Gegenteil! Es zeigt, wie sehr man sich die Finger wundtippen kann, die Jahre vergehen, und am Ende behandeln sich Paare immer noch wie in der Steinzeit.

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Offenbar sind wir also alle doch irgendwie beratungsresistent bei diesem Themenkomplex [VIDEO].

Nichts dazugelernt

Im Jahr 2011 hat also dieser pfiffige, inzwischen aber offenbar vom Schicksal erschlagene Paartherapeut, Prof.

Dr. Dr. Dariush Barsfeld aus Darmstadt in der WELT gesagt: “Gleichgültigkeit kann es in der Liebe nicht geben“, weil so etwas wie “egal” mit der Liebe unvereinbar sei. Man solle sich stattdessen in Gelassenheit üben. Sein Hamburger Kollege Dr. Jörg Wesner riet im selben Kontext zum offensiven Stillen von Neugierde. Also auch eine Art von Gelassenheit, die aber mehr mit sich vertrauen und einem authentischen Vertrautsein zu tun habe. Man solle schlicht weniger dem Bedürfnis nachgeben, alle Unternehmungen mit dem Partner oder der Partnerin gemeinsam machen zu wollen.

Was sagt die Psychologie?

Für die diplomierte Psychologin und erfolgreiche Fachbuchautorin Felicitas Heyne steht “Gelassenheit” dafür, vom Partner oder der Partnerin nicht zu viel zu erhoffen. Keiner könne alle Wünsche erfüllen. Man sei in der Verantwortung, sich selbst um seine Bedürfnisse zu sorgen und dies nicht dem Partner aufzubürden.

Sei dies verinnerlicht, habe man es meist leichter, gelassener zu reagieren.

Dem Gatten nichts vortäuschen

Oft sei jedoch keineswegs Gelassenheit drin, wo Gelassenheit aufgeschrieben steht. Häufig würden damit nur schädliche Emotionen übermalt, zum Beispiel, wenn der Gatte oder die Gattin den Abend im Kegelklub dem gemeinsamen Abend im Theater den Vorrang gibt.

Auch betonen die Psychologen man solle den Pragmatismus ganz groß schreiben. Warum sich ärgern, wenn die Ehefrau jeden Dienstag mit Freundinnen ausgeht, wenn man als Mann doch vielleicht den Abend selbst lieber mit seinen Kumpels verbringt, wird Prof. Dr. Dr. Barsfeld zitiert. Ausschlaggebend sei, wie heftig ein solcher Streit faktisch die Partnerschaft belaste, so der Experte im Jahr 2011.

Jetzt ist 2018

So, und jetzt ist 2018 und sind wir weiter? Wohl kaum. Was sagt es uns, wenn diese Expertenmeinungen heute noch so aktuell sind, wie einst? Dass die Experten irren, oder dass wir Menschen in Beziehungsfragen unverbesserlich sind? Es ist zu befürchten, dass die zweite Antwort die richtige ist.