Auf dem "56. Deutschen Verkehrgerichtstag", der am 24. Januar in Goslar gestartet ist, fordert der "Deutsche Hanfverband" mehr Gerechtigkeit für Cannabiskonsumenten.

Der Vorwurf: Der Staat würde heimlich Cannabiskonsumenten abstrafen und zwar mit einem Führerscheinentzug durch die Hintertür, ohne, dass der Konsument jemals nach einem Joint hinter dem Steuer gesessen hat.

Und dafür nutze der Staat gleich zwei Wege. Den einen über den Besitz. Georg Wurth, der Geschäftsführer des "Deutschen Hanfverbandes" erklärt das so: Auch wenn von der Strafverfolgung bei dem Besitz einer sogenannten "Geringen Menge" abgesehen werde, könne das dem Konsumenten den #Führerschein kosten, weil selbst Besitzdelikte an die Führerscheinstellen gemeldet würden.

Bei dem anderen Weg nutze der Staat einen absurd niedrigen Grenzwert beim THC-Gehalt im Blut, der bei einem Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum liege. Diese Restewerte können, so Wurth, auch noch tage- und sogar wochenlang später gemessen werden, nachdem die Rauschwirkung abgeklungen sei. Wurth folgert daraus, dass die aktuellen Regeln nicht der Verkehrsicherheit dienen würden, sondern als Ersatzstrafe für alle Cannabiskonsumenten.

Bestätigt werde diese Sicht des Hanfverbandes durch Experten wie dem Präsidenten, der Berliner Ärztekammer, Dr. Günther Jonitz oder dem Ex-Polizeipräsidenten der Stadt Münster, Hubert Wimber. In Deutschland finde eine, nicht nachvollziehbare Ungleichbehandlung von #Cannabis- und Alkoholkonsum hinsichtlich des Strafmaßes für Rauschfahrten statt.

Beim aktuellen #Verkehrsgerichtstag nimmt Wurth an einem entsprechenden Arbeitskreis teil, um mit dem Fachpublikum über einen geeigneteren Grenzwert und über eine Änderung des Fahrerlaubnisrechts zu diskutieren.

Top Videos des Tages

Der Deutsche Hanfverband votiere für eine wissenschaftlich fundierte Anpassung des THC-Grenzwertes und dessen Normierung in §24a StVG. International seien übrigens Grenzwerte von drei bis zehn Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum üblich.

Erfolgreichste offizielle Bundestagspetition

Der "Deutsche Hanfverband" hat vor drei Monaten die erfolgreichste "offizielle Bundestagspetition des Jahres 2017" abgeschlossen. Über 78 000 Menschen hatten unterzeichnet. Damit ist die erforderliche Grenze von 50 000 bei weitem überschritten und damit erzwingt der Verband eine entsprechende Debatte im Bundestag. Denn, so Wurth, Legalisierung schaffe Steuereinnahmen, Jugendschutz und legale Arbeitsplätze. Das Cannabisverbot dagegen schaffe einen Schwarzmarkt mit teilweise mafiösen Strukturen. "Jeder Politiker, der weiterhin für das Verbot eintritt, sollte sich dessen bewusst sein."