Eigentlich sind sich ja alle in der FDP einig, so gut ging es der Partei lange, mindestens seit vier Jahren nicht mehr. Beim jährlichen Dreikönigs-Treffen der Partei, war die Stimmung daher auch dementsprechend positiv. Besonders der ungekrönte Partei-König, Christian Lindner, gab sich kämpferisch und versprach eine neue, konstruktive Streitkultur. Gleichzeitig rechtfertigte er erneut die Absage einer Regierungsbeteiligung, sowie seinen autoritären Führungsstil: „Vielleicht liegt‘s einfach daran, dass wir einer Meinung sind und in dieselbe Richtung arbeiten wollen.", so Lindner.

Und doch geht eine spürbare Spaltung durch die Liberalen.

Der Hauptgrund hierfür sei ein fehlender Diskurs, zu einigen rechtspopulistischen Standpunkten der Parteispitze. So sieht es wenigstens die ehemalige Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, in einem Gastbeitrag in der „Süddeutschen Zeitung“. Schon im Vorfeld des Dreikönigs-Treffen forderte sie ihre Partei dazu auf, sich eindeutiger zu positionieren und ein klares Zeichen gegen Rechts zu setzen.

Die Retourkutsche folgte umgehend, in Gestalt von FDP-Vize Wolfgang Kubicki. Dieser kritisierte Leutheusser-Schnarrenberger in einem deutlichen Kommentar in der "Bild"-Zeitung und sagte, die Äußerung zeige, wie weit die "Ehemaligen" von der aktiven Politik der heutigen FDP entfernt wären.

Auch Christian Lindner machte in seiner Rede beim Dreikönigs-Treffen, keinen Hehl aus seinem Missfallen, ob der Kritik der Parteifreundin.

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Weniger polternd als Kubicki, sondern betont lässig, wendet sich der heutige Parteivorsitzende an die Mitglieder im Saal. Die FDP sei damals, als Regierungspartei, in den Umfragen auf knapp drei Prozent abgestürzt, obwohl sie "starke Persönlichkeiten" in ihren Reihen gehabt habe wie "exemplarisch unsere verdienstvolle, liebe Freundin" Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

Dabei würde es sich durchaus lohnen die Mahnung der ehemaligen Justizministerin zu diskutieren. Besonders beim Thema Flüchtlinge und Familiennachzug wird der FDP regelmäßig vorgeworfen, am rechten Rand fischen zu wollen. Grund hierfür sind die teils vagen Aussagen der FDP-Spitze, die sich zumindest hier schwertut, einen einheitlichen Kurs zu fahren. Dabei wäre es gerade jetzt, in der Opposition besonders wichtig, geschlossen aufzutreten und die strittigen Felder nicht einfach der AfD zu überlassen. Das dies nicht so sei, bekräftigte Christian Lindner in seiner Rede beim Dreikönigs-Treffen. Die FDP setze sich auch weiter für eine offene Gesellschaft, für ein offenes Europa und gegen Rassismus ein.

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