Was sucht die Türkei in Syrien?

Seit Samstag läuft die Offensive „Operation Olivenzweig“ der türkischen Armee in Nordsyrien. Sie richtet sich gegen die Kurdenmiliz YPG und konzentriert sich offenbar nicht nur auf die die Region Afrin. Menschenrechtsorganisationen berichteten auch von Angriffen auf andere Kurdengebiete wie auf die Stadt Kamischli, die von türkischem Territorium aus beschossen wurde. Von offizieller Seite wurde dies aber nicht bestätigt. In einem Interview mit einem französischen Fernsehsender bezog der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu wie folgt Stellung: „Derzeit ist Afrin das Ziel, aber in der Zukunft könnten wir eine Operation in Manbidsch und auch im östlichen Teil des Euphrats beginnen.“ Nach Angaben der Türkei sieht man in der YPG eine separatistische Terrororganisation und Bedrohung für das Land, die beseitigt werden muss.

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Was ist die Kurdenmiliz YPG?

Die Yekîneyên Parastina Gel (YPG) heißt übersetzt Volksverteidigungseinheit und ist eine kurdische Miliz die die mehrheitlich von Kurden besiedelten Gebiete in Nordsyrien kontrolliert.

Man sieht sie als die Kampftruppe der kurdisch-syrischen Partei der Demokratischen Union (PYD), die wiederum die syrische Fraktion Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) ist. Da die PKK in einigen Ländern als terroristische Vereinigung eingestuft wird, braucht man keine besonderen Gründe, um gegen die YPG vorzugehen, ohne internationale Proteste zu befürchten. Trotz der Nähe zu diesen Parteien behält sich die YPG ihre Unabhängigkeit vor. Die Stärke der Miliz betrug im Jahr 2017 laut eigenen Angaben des YPG Sprechers Redur Xelil 60.000 Kämpfer. Eine Besonderheit sind ihre Frauenkampfverbände. Die Frauen sollen nach Angaben der Mitglieder unverheiratet und zwischen 18 und 25 Jahre alt sein. Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen gegen die YPG umfassen vor allem die Punkte Verfolgung politischer Gegner, Kindersoldaten und Vertreibung von Zivilisten.

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Deutsche Waffen gegen Syrien

Der NATO-Partner Türkei sorgt mit der Offensive in Deutschland für Diskussion. Vor allem nach den Berichten, dass die Türkei auch deutsche Panzer des Typs Leopard einsetzt. Politiker der Opposition fordern aufgrund dieses Sachverhaltes ein Ende des Rüstungsexportes an die Türkei. Sahra Wagenknecht verlangt sogar einen Abzug der im türkischen Konya stationierten Bundeswehrsoldaten.