Am Wochenende hat sich die Jugendorganisation der AfD, die Junge Alternative, im hessischen Büdingen zu ihrem sechsten Bundeskongress getroffen. Über 350 Mitglieder der Jugendorganisation waren vor Ort, um unter anderem ihren neuen Vorstand zu wählen.

Damian Lohr ist neuer Bundesvorsitzender

Die Anzahl der Vorsitzenden wurde von zwei auf nunmehr einen halbiert und auch die Amtszeit wurde von zwei auf nur noch ein Jahr gekürzt. Für den Chefposten gab es mit dem Mainzer Landtagsabgeordneten Damian Lohr und Reimond Hoffmann aus Baden-Württemberg gleich zwei Kandidaten. Beide forderten in ihren Vorstellungsreden eine straffere Organisation und eine Bundesgeschäftsstelle für die Junge Alternative.

Lohr setzt sich letztlich mit knapp unter 60 Prozent der Stimmen gegen seinen Rivalen aus dem Süden durch.

Liberale und nationalkonservative Mitglieder sind im neuen Vorstand vertreten

Der restliche Bundesvorstand wird durch die beiden Stellvertreter Jörg Sobolewski aus Berlin und Nicolai Boudaghi aus Nordrhein-Westfalen, die Schatzmeister Jan Hornuf und Felix Koschkar, die Schriftführer Moritz Brodbeck und Christian Mertens sowie die sechs Beisitzer Alexander Leschik, Matthias Scholz, Alischa Marczinczik, Christopher Jahn, Tim Ballschuh und Lydia von Wangenheim komplettiert. Damit sind sowohl Vertreter des liberalen als auch des nationalkonservativen Lagers im neuen Vorstand vertreten. Zu einer Spaltung kam es auf dem Bundeskongress demnach nicht, auch Reimond Hoffmann hatte in seiner Bewerbungsrede um „libertäre“ Mitglieder und innerorganisatorische Einigkeit geworben.

Top Videos des Tages

Gegendemonstration verläuft friedlich

Uneinigkeit gab es vor allem vor den Toren der Werner-Zinnkann-Halle, an der ein Transparent verkündete, Büdingen sei „weltoffen“. Etwas mehr als 50 Gegendemonstranten hatten sich zu einem friedlichen Protest eingefunden und lieferten sich gelegentliche Wortgefechte mit JA-Mitgliedern. Unter ihnen befanden sich Vertreter der Jungen Union, der Grünen Jugend, der Linkspartei und linksradikaler Gruppierungen. Die Polizeipräsenz im beschaulichen Büdingen war vergleichsweise gering, an Auseinandersetzungen hatten beide Seiten wohl kein Interesse. Ein Pressevertreter musste die JA-Veranstaltung vorzeitig verlassen: Er soll Einzelaufnahmen von JA-Mitgliedern angefertigt haben. Der Bundeskongress endet am Sonntagabend.