Das Medienmagazin dwdl.de ist eine wichtige Webseite für Journalisten, Medienmacher, Pressevertreter und interessierte TV-Zuschauer. Hier werden Quoten veröffentlicht und Interviews mit Meinungsmachern aus der TV-Branche. Das Medienmagazin hat unzählige Gespräche geführt und auch so manchen Skandal, wie einst die Schummelei 2015 bei Newtopia in Sat.1, aufgedeckt. Seit dem 14. Februar 2018 ist die Seite von dwdl.de offline. Mit der Aussetzung der Berichterstattung will der Branchendienst zeigen, dass ohne Pressefreiheit kein Journalismus möglich ist.

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Was für eine großartige Geste von den Kollegen in Köln.

Der mutige Journalist

deniz yücel wurde in Deutschland geboren. Er hat türkische Wurzeln und ist seit 2007 ein bekannter Publizist hierzulande und in der Türkei.

Deniz war zunächst bei der eher linksgerichteten Berliner Zeitung "taz" über sieben Jahre tätig gewesen. Dann wechselte er 2015 als Korrespondent in die Türkei. Er berichtete von dort für die heutige Welt-Gruppe (gehört zum Springer-Verlag). Auch für den ehemaligen Sender N24 - heute Welt TV - machte er Berichte aus der Türkei, in denen er sich kritisch zur Politik von Recep Tayyip Erdoğan positionierte. Seine mutigen Interviews mit Regimekritikern brachten Deniz Yücel in Deutschland und weltweit großen Respekt und Anerkennung ein. Regelmäßig wurde der 44-Jährige in TV-Sendungen geladen.

Zum Terrorist degradiert

Am 14. Februar 2017 wurde Deniz Yücel in der Türkei festgenommen und knapp zwei Wochen später in Haft gesteckt. Bis heute sitzt der Journalist in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen ein Terrorist zu sein.

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So behauptet die türkische Justiz, dass Yücel Propaganda für die PKK gemacht habe. Insgesamt musste Deniz Yücel 290 Tage in Einzelhaft sitzen und hatte keinen Kontakt zu Mitgefangenen. Erst vor wenigen Wochen wurden die schlimmen Haftbedingungen "gelockert". Auf einen Prozess wartet der Journalist heute noch. In Deutschland erfährt Deniz Yücel große Solidarität. Auch Medien stehen hinter dem Publizisten. So hat die BILD kurz nach seiner Inhaftierung in großen Anzeigen online seine Freilassung gefordert. Auch der Nachrichtensender WELT (N24) berichtete regelmäßig über Deniz' Gefangenschaft. Viele Tageszeitungen gedenken heute Yücel. Doch besonders die Aktion von dwdl.de verinnerlicht sehr drastisch, dass Pressefreiheit immer noch keine Selbstverständlichkeit ist.

Unsere Gedanken sind bei Deniz Yücel und allen zu Unrecht inhaftierten Journalisten!