Luftangriffe syrischer Regierungstruppen

Die blutige Spur des syrischen Bürgerkrieges zieht sich weiter durch die Oase von Ghouta. Bei einem weiteren Angriff syrischer Regierungstruppen in Ost-Ghouta, einer syrischen Rebellenhochburg, soll es laut Angaben von Aktivisten 45 Tote gegeben haben. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von einem hohen Anteil an Frauen und Kindern unter den Opfern. Weiterhin gäbe es etwa 400 Verletzte. Ziele sollen vor allem Wohngebiete gewesen sein, in denen wohl etliche unter den Trümmern ihrer Häuser begraben wurden. Bereits am Vortag soll dieses Gebiet zum Ziel der Regierungstruppen geworden sein, bei denen etwa 100 Todesopfer zu beklagen gewesen sein sollen.

Mit gezielten Angriffen auf die Zivilbevölkerung soll vermutlich die Moral der Rebellen gebrochen werden. In den betroffenen Gebieten fehlt es an allem, insbesondere an Nahrungsmitteln, Öl zum Heizen und an Medikamenten, heißt es.

Ost-Ghouta

Ghouta ist eine der größten Bewässerungsoasen im Nahen Osten, die sich von Damaskus nach Westen, Süden und Osten ausdehnt. Zur Bewässerung der Gemüsefelder und zur Trinkwasserversorgung in diesem Gebiet tragen zum größten Teil die beiden Flüssen Barada und Nahr el-Awadsch bei. Der östliche Teil wurde 2011 von der syrischen Armee und regierungsnahen Milizen eingeschlossen. Nach Schätzungen aus dem Jahr 2017 lebten in diesem Teil von Ghouta zwischen 350.000 und 400.000 Zivilisten. Das Gebiet wird militärisch vom radikal-salafistischen Bündnis Dschaisch al-Islam kontrolliert.

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