Zu Beginn der Präsidentschaft Donald Trumps hatte er sich gemeinsam mit Ehefrau Ivanka Trump noch als das "liberale Gewissen" seines Schwiegervaters inszeniert - nach gerade einmal 13 Monaten verliert Jared Kushner jetzt aber immer weiter an Einfluss und Macht.

Kushner hatte bisher Einblick in sämtliche Informationen des Weißen Hauses, also auch in jene, die als "Streng Geheim" klassifiziert sind. Bis zu diesem Zeitpunkt war dies, aufgrund einer Ausnahmeregelung, auch ohne Abschluss der obligatorischen Sicherheitsüberprüfung möglich.

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Nun teilte das FBI jedoch mit, dass aufgrund der geschäftlichen Verwicklungen Kushners und den sich daraus ergebenden potentiellen Sicherheitsrisiken kein grünes Licht zur endgültigen Sicherheitsfreigabe erteilt werden kann.

Hintergrund dieser Entscheidung ist, dass es sich bei den Geschäften des Präsidenten-Schwiegersohns um zum Teil äußerst komplizierte geschäftliche Strukturen mit ausländischen Investoren handelt und er daher als potentielles Erpressungsopfer gilt.

Potentielles Erpressungsopfer durch drohende Überschuldung

Kushners Firma muss in weniger als einem Jahr rund 1,2 Milliarden Dollar refinanzieren, der Grund hierfür ist ein missglückter Immobilien-Deal in New York. Um sich die dringend benötigte Liquidität zu beschaffen, hat Kushner nach Recherche der Washington Post wohl unter anderem mit Investoren aus China, Südkorea, Israel, Katar sowie Saudi-Arabien verhandelt. Unter den potentiellen Geschäftspartnern befanden sich offenbar auch Personen mit besten Beziehungen zur jeweiligen Staatsführung.

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Nun steht die Befürchtung im Raum, dass Kushner aufgrund des Wissens seiner Gesprächspartner durch fremde Regierungen beeinflussbar oder sogar erpressbar sein könnte. Auch soll er wohl - trotz anderslautender Versprechungen - private Geschäftsinteressen nicht immer eindeutig von den politischen getrennt haben. Außerdem handelte er sich vor kurzem Ärger mit H. C. McMaster ein. Der Sicherheitsberater des Präsidenten hatte wegen eines heimlichen Treffens Kushners mit ausländischen Offiziellen Alarm geschlagen. Zu guter Letzt steht auch Kushner offensichtlich bereits seit längerer Zeit im Fokus der Russland-Ermittlungen von Sonderermittler Mueller. Hierbei geht es um mehrere geheime Treffen mit russischen Diplomaten, die Kushner zunächst vertuschen wollte.

Alles in allem sieht es momentan also nicht wirklich gut aus für das einstige Wunderkind der Trump-Administration. Sein Schwiegervater hatte große Erwartungen in ihn gesetzt und als eine Art "Minister für alles mögliche" installiert. Laut Autor Michael Wolff hatte Trump wohl sogar überlegt, Kushner als Außenminister einzusetzen.

Seine Bilanz ist allerdings bis heute sehr überschaubar. Die Entscheidung, Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen, war zwar von israelischen sowie US-Falken begeistert begrüßt worden, allerdings hat dies den Friedensprozess im Nahen Osten nicht wirklich weiter gebracht. Außerdem hatte der chinesische Botschafter wohl bereits mindestens einmal konkret versucht, Kushner zu beeinflussen.

Jared Kushner und Ivanka Trump sind offenbar hart auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Erfolgreiche Politik benötigt nun einmal etwas mehr Substanz und in Washington spotten viele bereits über die Inkompetenz des ehemaligen "Dream-Teams". Sorgen machen muss man sich allerdings sicher nicht um die beiden: Papa Trump hat ja bereits mehrfach klar gemacht, dass ihm der schöne Schein, Sprüche, Loyalität und Familienbande wesentlich wichtiger sind als erfolgreiche Arbeit.