Aktion von Großbritannien

Die Situation zwischen Großbritannien und Russland spitzt sich zu und scheint zu eskalieren. Das diplomatische Karussell aus Aktion und Reaktion dreht sich immer schneller, scheint außer Kontrolle zu geraten. Nachdem die britische Premierministerin Theresa May Russland ein Ultimatum zur Beantwortung offener Fragen bezüglich eines Attentats auf britischem Boden stellte, die nicht ausreichend beantwortet geblieben sein sollen, handelte Großbritannien mit der Ausweisung 23 russischer Diplomaten. Weiterhin ziehen sie die Einladung des russischen Außenministers Sergej Lawrow zurück und stellen bilaterale Beziehungen zu Russland ein.

May spricht sich nun auch für das potenzielle Einfrieren von Vermögen und schärfere Grenzkontrollen aus. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die Königsfamilie oder britische Politiker zur kommenden Fußballweltmeisterschaft im Sommer nicht nach Russland reisen. Rückendeckung erhalten die Briten von den USA, die ebenfalls Russland für den Giftanschlag verantwortlich machen und in der Ausweisung der Diplomaten eine „gerechte Antwort“ sehen. Während Frankreich sich noch zurückhält, forderte Merkel Russland auf, bei den Ermittlungen zu kooperieren.

Reaktion von Russland

Wassili Nebensia wies die Anschuldigung, dass Russland in diesen anschlag verwickelt sei, zurück und forderte Beweise. Dimitri Peskow, der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, erklärte, dass sich Russland nicht mit Ultimaten unter Druck setzen lasse und dass dieses Gift auch von einer der ehemaligen Teilrepubliken der Sowjetunion, die heute eigenständige Staaten sind, stammen könnte.

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Darunter gäbe es nicht nur Freunde Russlands und verwies damit auf die Ukraine. Als Antwort droht auch das russische Außenministerium mit diplomatischen Vergeltungsmaßnahmen gegen Großbritannien, die zeitnah erfolgen sollen.

Hintergründe

Das besagte Attentat galt dem Ex-Doppelagenten Sergej Skripal (66), der am 4. März dieses Jahres zusammen mit seiner Tochter Yulia (33) in der südenglischen Kleinstadt Salisbury Opfer eines Nervengiftanschlages wurde. Das Nervengift konnte einwandfrei identifiziert werden und gehört zur Nowitschok-Serie, die in der Sowjetunion hergestellt worden ist. Daraufhin kam die Frage auf, ob Russland direkt den Auftrag zum Anschlag auf Skripal gab oder ob sie die Kontrolle über ihre Nervenkampfstoffe verloren haben. Großbritannien möchte nun noch einmal 14 weitere Todesfälle im Lande unter die Lupe nehmen, um zu schauen, ob sie eventuell in Verbindung mit Russland stehen, so der Innenminister Amber Rudd.