Es wird immer leerer um den US-Präsidenten Donald Trump. Nun verlässt ein weiterer hochrangiger Berater das Team. Es ist der oberste Wirtschaftsberater Gary Cohn. Er verlässt das Team freiwillig. Die genauen Hintergründe möchte er aber öffentlich nicht kundtun. Er lies aber verlauten, dass es ihm eine Ehre gewesen sei, seinem Land zu dienen.

Es wird vermutet, dass die drohenden Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte der Auslöser sein könnten. Trump möchte diese gerne erlassen, Cohn war dagegen. Offenbar konnte Cohn sich nicht durchsetzen oder er wollte es auch nicht mehr und zog so seinen Hut. Dennoch gingen beide recht respektvoll mit dem Schritt um.

Cohn bedankte sich für die Möglichkeit, die ihm der US-Präsident gab und Trump bedankte sich für die geleistete Arbeit.

Cohn war auch einer, der Trumps Aussagen beschwichtigen konnte. So hatte er den berühmten Slogan "America first" mit einem kleinen Zusatz versehen: "but not alone". Somit forderte er ein gewisses Maß an internationaler Zusammenarbeit ein. Desweiteren soll er einen maßgeblichen Anteil an der jüngst verabschiedeten Steuerreform gehabt haben. Leider waren dies die einzigen beiden Fälle, bei denen sich Cohn und Trump offenbar verstanden. Bei den anderen Themen sollen die beiden sich mehrfach über Kreuz gelegt haben.

Wichtig ist auch, dass Cohn der wohl letzte Befürworter für den Freihandel und die Globalisierung war. Da er nun nicht mehr im Amt ist, wird bereits vermutet, dass die laufenden Verhandlungen über das Freihandelsabkommen Nafta davon beeinflusst werden können.

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Probleme in diesem Bereich könnten sich auch schnell international auswirken und so einen internationalen Handelskonflikt schüren.

Manch einer titelt schon, dass der letzte Erwachsene aus Trumps Team nun nicht mehr da ist. Gerade für die internationalen Partner ist das ein riesiges Problem. Denn nun wird die Handelspolitik von Pop-Ökonom Peter Navarro und Wilbur Ross geführt. Beide liegen auf Trumps Kurs, der unter anderem auch meinte: "Handelskriege sind gut und leicht zu gewinnen". Nun ist es auch an der EU, Trump die Stirn zu bieten. Keiner in der EU möchte einen Handelskrieg. Weder die Regierung noch die Top-Manager. Eine Lösung könnten Gespräche mit den USA sein. Allerdings ist Trumps Beraterstab mittlerweile so sehr geschrumpft, dass die EU teilweise gar nicht mehr weiß, wen sie ansprechen soll. Also müssen nun wahrscheinlich doch einige Taten seitens der EU folgen.