Vor Merkel ist nach Merkel

Die CDU-Politikerin Angelika Merkel wurde sechs Monate nach der Bundestagswahl erneut vom Bundestag zur Kanzlerin gewählt. Von den benötigten 355 Stimmen, kamen ihr 364 Abgeordnetenstimmen zuteil. Diese Abstimmung ist eine politische Stimmungsmessung, wie es um die große Koalition steht. Verfügen die Union und SPD doch zusammen über 399 der 709 Sitze. Merkel nahm die Wahl zur Kanzlerin an. Frank-Walter Steinmeier im Amt als Bundespräsident überreichte Merkel im Schloss Bellevue die Ernennungsurkunde.

Der Kanzlerstuhl scheint sie nicht mehr gehen lassen zu wollen. Sitzt sie doch schon die vierte Amtszeit, nach den Wahlen Wahlen 2005, 2009 und 2013, starr auf diesem Posten.

Es war ein langer Weg bis zur vierten Kanzlerwahl. Nach 171 Tagen Tauziehen um die Regierung, endet nun die längste Regierungsbildung in der Geschichte der Bundesrepublik. Wie gut oder wie schlecht dieses Ergebnis ist, wird sich in den nächsten Jahren herausstellen. Doch eines ist klar, es wird kein einfacher Kampf für die Regierung.

Als private Unterstützung zu Merkels vierter Wahl zeigte das erste Mal nun auch ihr Ehemann Joachim Sauer bei der Zeremonie im Bundestag Präsenz. Weiterhin erschienen der Sohn des Ehemannes, Daniel Platz, und ihre 89-jährige Mutter Herlind Kasner.

Kleiner Zwischenfall

Aufsehen gab es wieder durch die AfD. Hat sie doch ein Gespür dafür, immer wieder für Schlagzeilen zu sorgen. Petr Bystron, Abgeordneter der AfD, hat gegen die Vorgabe der Geheimen Wahl der Bundeskanzlerin verstoßen, wie Bundestagspräsident Schäuble mitteilte.

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Twitterte Bystron doch ein Foto seines Wahlausweises und seiner Wahlkarte mit dem Kreuz bei „Nein“ . Schäuble sprach sich für ein Ordnungsgeld in Höhe von 1000 Euro gegen ihn aus.

Wie wird Merkel gesehen?

In der Bevölkerung erfährt die Kanzlerin Angela Merkel eine ganze Bandbreite an Emotionen. Es geht von Bewunderung, Akzeptanz, Neutralität bis hin zu Wut und Hass. Viele Bundesbürger hofften auf eine neue Spitze in der Politik. Viele aktuelle Themen verunsichern sie und das Vertrauen zur Kanzlerin bröckelt. Im Ausland dagegen sind die Meinungen zu Angela Merkel positiver. Wird sie doch dort als starke Frau gesehen, die Deutschland stabil hält.

Das US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ kürte sie im letzten Jahr sogar zum siebten Mal in Folge zur mächtigsten Frau der Welt. Insgesamt führte sie die Liste elf Mal an. „Forbes“ begründete die Wahl damit, dass Deutschland das Land mit der viertgrößten Wirtschaft nach BIP (Bruttoinlandsprodukt) sei und mit der größten Wirtschaft, die von einer Frau angeführt wird.