Die Einschläge kommen näher: Nachdem es bereits Mitte letzten Jahres erste deutliche Hinweise dafür gab, dass Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner bereits vor den Präsidentschaftswahlen einen geheimen Gesprächskanal zu russischen Offiziellen einrichten wollte. Zu diesem Zweck soll er sich demnach wohl unter anderem mit dem russischen Botschafter sowie hochrangigen Mitarbeitern russischer Banken getroffen haben. Zu diesen mutmaßlichen Treffen hat Sonderermittler Mueller nun, laut Washington Post, konkrete Belege gefunden.

Mögliche Verstrickungen zwischen Russland und Trumps Team belasten dessen Präsidentschaft von Beginn an.

Nach geheimdienstlichen Erkenntnissen versuchte Moskau aktiv, die Präsidentenwahl zu Trumps Gunsten zu beeinflussen. In der FBI-Untersuchung geht es nun hauptsächlich darum, inwiefern es Absprachen zwischen Mitgliedern aus Trumps Wahlkampfteam und Moskau gab. Der Präsident bestreitet diese Absprachen und spricht in diesem Zusammenhang immer wieder von einer "Hexenjagd".

Wie lange hält Trumps Verteidigungsstrategie noch?

Tatsache ist jedoch, dass die Situation für Trump immer unangenehmer wird. Bereits vor rund zwei Wochen hatte der US-Generalstaatsanwalt Anklagen gegen 13 Russen erlassen, da diese nach seiner Einschätzung bereits seit 2014 versucht haben sollen, das Vertrauen zum politischen US-System zu untergraben. Zu diesem Zweck sollen sie in sozialen Medien mehrere tausend gefälschte Postings in Umlauf gebracht haben.

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Eines der Hauptziele dafür war, Trump zum Sieg über seine demokratische Rivalin Hillary Clinton zu verhelfen. Diese Anklageschriften lieferten bis dato die deutlichsten Hinweise für eine russische Einmischung im US-Wahlkampf.

Durch die neuesten Enthüllungen wird die Lage des Präsidenten nun noch unangenehmer. Hier sollen zum ersten Mal handfeste Beweise dafür vorliegen, dass es kurz vor Trumps Vereidigung ein offensichtlich doch geplantes Treffen zwischen dem Blackwater-Gründer Eric Prince und dem Chef des staatlichen russischen Investmentfonds RDIF, Kirill Dmitriev, auf den Seychellen gab. Prince ist einflussreiches Mitglied der Republikaner, gründete 1997 das Söldner-Unternehmen Blackwater und gehört seit langem mehreren ultra-konservativen US-Vereinigungen an, die wiederum Donald Trumps Präsidentschaftskampagne von Anfang an unterstützten. Bisher hatte Prince immer beteuert, das Treffen wäre "zufällig" und "rein privat" gewesen.

Zeichen gestiegener Nervosität im Oval Office gibt es einige: So soll Trump bereits mehrfach kurz davor gestanden haben, Sonderermittler Mueller zu feuern.

Seine Mitarbeiter konnten ihn jedes Mal nur durch längeres Zureden von diesem äußerst unpopulären Schritt abbringen. Auch nehmen die Twitter-Ausfälle des Präsidenten bezüglich der Russland-Ermittlungen seit kurzem wieder rapide zu.

Eine Frage der Zeit

Letzen Endes wird nach den Entwicklungen der letzten Monate jedoch selbst Donald Trump nicht darum herumkommen, eine aktive russische Einflussnahme zugunsten seines Wahlkampfes einzuräumen. Zu sehr verdichten sich die Hinweise, zu viele Belege kommen auf den Tisch, zu viele derjenigen ehemaligen Trump-Mitarbeiter, die bereits vernommen wurden oder unter Anklage stehen, knicken ein und kooperieren. Die Frage, die sich dann nur noch stellt, ist eine ziemlich einfache: Was wusste Trump persönlich.

Und wer diesen Präsidenten kennt, kann sich nur sehr schwer vorstellen, dass all die Gespräche und Aktivitäten ohne seine Kenntnis stattgefunden haben sollen.