Mit 76,67 Prozent der Wählerstimmen bleibt Wladimit Putin für sechs weitere Jahre im Amt. Den zweiten Platz machte der Kommunist Pawel Gudinin mit 11,8 Prozent, 5,7 Prozent der Wählerstimmen bekam der Rechtspopulist Wladimir Schirinowski. Xenia Sobtschak, die liberale Fernsehjournalistin, erhielt 1,7 Prozent, die vier verbleibenden Kandidaten noch weniger.

Die Wahlbeteiligung in Russland lag bei 67,4 Prozent. Von oppositionsnahen Wahlbeobachtern wurden rund 3000 Manipulationsversuche, wie beispielsweise Mehrfachabstimmungen, registriert. Mit großem Interesse wird das Gutachten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Montagnachmittag erwartet.

Rund 600 Beobachter waren für die OSZE im Einsatz.

„Glauben Sie, dass ich hier sitze, bis ich 100 bin?“

Der Frage nach seiner politischen Zukunft nach 2024 wich der wiedergewählte Präsident aus. Gemäß der russischen Verfassung darf er nach dieser Amtszeit nicht wieder zur Wahl antreten, da es eine Beschränkung auf zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten gibt. So antwortete der 65-Jährige auf die Frage ob er 2030 eine erneute Präsidentschaft anstrebe: „Das ist lächerlich. Glauben Sie, dass ich hier sitze, bis ich 100 bin?“

Einige spekulierten, dass Putin vor hat Präsident zu bleiben und dies beispielsweise über einen kurzzeitigen Wechsel auf eine andere Position oder eine Verfassungsreform, die die Amtszeitbeschränkung beseitigt, erreicht, um 2030 zum wiederholten Mal zur Wahl antreten zu können.

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Doch auch die Frage nach einer Verfassungsreform verneint der amtierende Präsident vehement.

Nach Putins triumphaler Wiederwahl äußert er sich außerdem zum Konfikt um den Nervengiftanschlag auf einen früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal, in Großbritanien. „Russland hat dieses Mittel nicht." sagt er am Sonntagabend in Moskau, alle russischen chemischen Waffen seien unter der Kontrolle internationaler Beobachter vernichtet worden. Insbesondere in Hinblick auf die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft, die in Russland stattfindet, sei es „Quatsch“ anzunehmen, irgendjemand würde eine derartige Tat erlauben.

Schwere Krise zwischen London und Moskau

Am 4. März 2018 waren der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter in der britischen Stadt Salisbury vergiftet worden und schweben seither in Lebensgefahr.

Großbritannien wie auch Frankreich, Deutschland, und die USA bezichtigen derzeit Russland für die Tat verantwortlich zu sein. Der Vorfall löste eine enorme Krise in den Beziehungen zwischen London und Moskau aus. Großbritannien ließ die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten anordnen, worauf Russland mit entsprechendem Schritt reagierte.

Mittlerweile erklärte sich Putin bereit mit London kooperieren zu wollen, um zur Aufklärung des Falls beizutragen. Die Regierung Großbritanniens geht derzeit davon aus, dass bei dem Giftanschlag ein chemischer Kampfstoff der Nowitschok-Gruppe aus sowjetischer Produktion verwendet wurde.