Heimlicher israelischer Militärschlag in Syrien

Zehn Jahre lang drang fast nichts an die Öffentlichkeit, nun enthüllte Israel Dokumente zu einer Militäraktion gegen Syrien im Jahr 2007. Damit bekannte sich die israelische Armee zur Zerstörung einer Anlange in Syrien, bei der es sich nach eigenen Behauptungen um einen Atomreaktor kurz vor seiner Fertigung handelte. Nach ausgiebigen Vorbereitungen wurde dann die Operation „Outside the box“ in der Nacht vom 5. auf den 6. September 2007 ausgeführt, als acht Kampfjets aus Israel nach Syrien flogen und etwa 400 Kilometer nordöstlich von Damaskus den Reaktor mit 16 Tonnen Sprengstoff in die Luft jagten.

Israel hüllte sich so lange in Schweigen, um keinen Gegenschlag von Seiten Syriens zu riskieren. Stand doch Israel kurz zuvor im Konflikt mit dem Libanon und konnte nun nicht abschätzen, in wie weit das israelische Militär für einen erneuten Krieg gewappnet wäre. Auf diese israelische Aktion erfolgte keine syrische Reaktion. Selbst Syrien hielt sich bedeckt. Angeblich wurden von der Atomenergiebehörde IAEO radioaktive Spuren gefunden.

Beweise für einen Atomreaktor

Dass es sich tatsächlich um einen Reaktor gehandelt habe, soll der israelische Geheimdienst festgestellt haben. Dabei hat der Mossad einen Laptop durchsucht, den ein syrischer Funktionär während einer Sitzung der Atomenergiebehörde in Wien im Hotelzimmer vergessen hatte. Nach Vorlage dieses Beweismaterials entschloss sich die Regierung zu Gegenmaßnahmen und zur Zerstörung des Reaktors.

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Warum enthüllt Israel nach so langer Zeit dieses militärische und politische Geheimnis? Das hat mit der aktuellen Lage zu tun. Fürchten sie sich doch, dass der Iran sich in Syrien und im Libanon festsetzt und sehen diese öffentliche Erklärung als Werkzeug einer Drohung an den Iran. Erst im Februar wurde eine iranische Drohne im israelischen Luftraum abgefangen, worauf sie einen Vergeltungsschlag flogen. Ein israelischer Jet wurde dabei von der syrischen Luftabwehr getroffen. Mit Misstrauen und Angst sieht Israel im iranischen Atomprogramm eine Gefahr.

Ein offenen Geheimnis?

Schon 2010 veröffentlichte Wikileaks diese militärische Aktion gegen Syrien. Dabei wurde auf der Enthüllungsplattform darüber gesprochen, das der besagte Reaktor mit Hilfe von Nordkorea erbaut wurde. Aus Angst, dass die Anlage nicht nur zur Stromerzeugung betrieben werden würde, griffen ihn israelisches Militär nur wenige Wochen vor der Inbetriebnahme an. Zwar wurden erst jetzt die Geheimnisse gelüftet, doch war es schon seit Jahren ein, wenn auch inoffizielles, bekanntes Thema.