Nordkorea und die USA

Ein historisches Ereignis wandert durch die Presse und die Welt richtet ihre Augen auf die USA und Nordkorea. Seit fast zwei Jahrzehnten kam es zu keinem direkten Treffen zwischen diesen beiden Ländern. Wie allerdings nun bekannt wurde, trafen sich der CIA-Direktor und designierte US-Außenminister Mike Pompeo mit dem Machthaber Nordkoreas Kim Jong-un in Pjöngjang. Dieses geheim gehaltene Treffen, das um den 1. April stattgefunden haben soll, galt vermutlich der Vorbereitung des Gipfeltreffen zwischen US-Präsidenten Donald Trump und Kim Jong-un, das Anfang Juni stattfinden soll.

Während des Besuches des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe, am Dienstag in Florida, berichtete der US-Präsident, dass es direkte Gespräche zwischen den USA und Kim gegeben habe.

Die Sprecherin des Weißen Hauses Sarah Huckabee gab bekannt, dass es allerdings noch zu keinen persönlichen Gesprächen Donald Trumps mit Nordkoreas Machthaber gekommen sei. Den Besuch von Pompeo wollte sie nicht bestätigen.

Nordkorea und China

Die nordkoreanischen Treffen und die Gesprächsbereitschaft mit anderen Ländern lässt die Welt hoffen, weltweite Konfliktpotentiale zu senken, die in der letzten Zeit immer wieder von Nordkorea ausgingen. Gab sich das Land bisher recht geizig mit seiner diplomatischen Offenheit, scheint es nun den Anschluss an die restliche Welt zu suchen. Das Einlenken und die Initiative zu internationalen Gesprächen in den letzten Wochen kam sehr überraschend. Schon der heimliche Besuch in China gab viel Anlass für Spekulationen. War es doch wohl eher eine politische Rückversicherung durch China für die Bereitschaft zu Gesprächen Nordkoreas mit den Vereinigten Staaten und ein Auftakt der Wiederbelebung einer traditionellen Freundschaft.

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Nachdem es auch in den letzten Jahren etwas eisig zwischen den beiden asiatischen Nachbarländern wurde, blieb den Nordkoreanern China als einer der letzten Verbündeten, mit dem sie es sich nicht komplett verscherzen wollten. Laut der Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, wollen beide Länder zukünftig im „regelmäßigen Kontakt“ stehen und ihn durch gegenseitige Besuche und Kommunikation pflegen. Seit dem ersten Besuch in China wurde am 15. April eine Delegation hochrangiger chinesischer Politiker in Pjöngjang empfangen.

Nord- und Südkorea

Ein weiterer Meilenstein des Gespräche-Marathons ist das Gipfeltreffen zwischen Süd- und Nordkorea in der kommenden Woche. Dabei hofft Südkorea das Thema eines Friedensabkommens auf den Tisch zu bringen und eine formelle Beendigung des Kriegszustandes zwischen beiden Ländern zu erreichen. Seit dem Ende des Koreakrieges leben sie lediglich in einem Waffenstillstand und möchten diesen ganz gerne in ein Friedensabkommen umwandeln. Für dieses Vorhaben rechnet Südkorea auf die Hilfe durch die USA als Mittler. Nach südkoreanischer Vorstellung könnte dies durch einen Dreier-Gipfel realisiert werden. Auch ist der Einbezug Chinas vorstellbar und nicht auszuschließen.