65 Jahre ist es nun her, dass ein nordkoreanischer Staatschef südkoreanischen Boden betrat. Umso wichtiger ist es, dass dies in von Spannungsverhältnissen geprägten Beziehungen gerade jetzt geschieht: Bei einem Treffen zwischen Kim-Jong-un und Moon Jae-in zeigten sich beide Lager äußerst versöhnlich. Der sonst für seine aggressive Innen- und Außenpolitik bekannte Kim-Jong-un machte sogar den ersten Schritt und betrat südkoreanischen Boden. Dort wurde er gleich von Moon Jae-in mit einem warmen und herzlichen Handschlag in Empfang genommen. Anschließend folgte eine Einladung des nordkoreanischen Staatschefs - Moon Jae-in möge ebenfalls nordkoreanischen Boden betreten und so geschah es schließlich auch.

Der Beginn einer Freundschaft

Nach dem Treffen erklärte Moon Jae-in, er und Kim-Jong-un seien gute Freunde geworden. Durch das Gespräch hätten sie "einen Schatten beseitigt, der über der koreanischen Halbinsel" hing, so der südkoreanische Politiker der Minju-Partei. Zudem wurde bestätigt, dass zwischen beiden Lagern neue Kommunikationskanäle geschaffen wurden. Kim-Jong-un zeigte sich engagiert und erklärte, dass durch die Entschlossenheit beider Lager alle Herausforderungen bewältigt werden können. Der für sein Atomprogramm stark kritisierte Kim-Jong-un zeigte Bereitschaft dazu, das bisherige Atomprogramm abzubauen und die koreanische Halbinsel zu denuklearisieren. Insgesamt gingen Süd- und Nordkorea große Schritte aufeinander zu und erklärten ihren Unwillen, etwaige aggressive und kriegerische Auseinandersetzungen zukünftig fortzuführen.

Hierzu sollen weitere Gespräche und Treffen stattfinden. Das Gesprächsthema beim aktuellen Treffen war die Zusammenführung der durch die Auseinandersetzungen getrennten Familien. Umso interessanter ist es, dass die von Spannungen geprägte gemeinsame Sicherheitszone "Panmunjeom" als Treffpunkte diente und nach diesem Treffen als Ort der Friedensschließung in die koreanische Geschichte eingehen könnte. Ob die Gespräche tatsächlich in Frieden münden, bleibt abzuwarten.

Wirtschaftliche Interessen

Die Annäherung beider Staaten könnte Nordkorea auch wirtschaftlich enorm zugute kommen. So könnten bisher hauptsächlich in Südkorea ansässige Unternehmen wie Samsung zukünftig auch in Nordkorea produzieren. Hierzu sind jedoch weitere Treffen notwendig, um etwaige Unternehmen zu überzeugen und sicherheitspolitische Unstimmigkeiten endgültig aus dem Weg zu räumen.