Machtwechsel in Kuba

Ein historischer Machtwechsel innerhalb der Regierung findet gerade in Havanna statt. Mit 86 Jahren scheidet der ehemalige Guerrero Raúl Castro aus seinem Amt als Staatspräsident. Er hatte 2006 die Amtsgeschäfte seines schwer erkrankten Bruders Fidel Castro übernommen. Der neue Staatspräsident von kuba wird seit fast 60 Jahren nicht den Nachnamen Castro tragen und ist auch kein Sprössling der Revolution von 1959 sein. Für dieses Amt steht nun Miguel Díaz-Canel bereit, um Kuba als neuer Präsident zu regieren. Damit wird ein neues Kapitel in der kubanischen Geschichte aufgeschlagen. Miguel Díaz-Canel wurde 1960 in Falcón, Placetas geboren.

Er ist Mitglied in der Kommunistischen Partei Kubas (PCC) und seit 2013 stellvertretender und designierter Nachfolger des Staatspräsidenten Raúl Castro. Er ist Elektroingenieur und arbeitete seit 1985 als Funk-Spezialist bei den kubanischen Streitkräften. Am 19. April 2018 wurde er mit 99,83 Stimmen des nationalen Parlamentes zum Staatspräsidenten Kubas gewählt.

Hoffnung auf Änderungen

Die Hoffnung auf positive Veränderungen liegt nun in den Händen des neuen Präsidenten, der einer neueren Generation angehört und daher eventuell andere Prioritäten in der Führung des Landes setzt. Kuba gilt als bürokratisch-autoritär ohne faktische Gewaltenteilung und als eine Umsetzung der Diktatur des Proletariats mit der Kommunistischen Partei Kubas an der Spitze.

Von einem großen Teil der Welt wirtschaftlich isoliert, stehen Nahrungsmittelknappheiten und eine starke Einschränkungen von Konsumgütern an der Tagesordnung.

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Immer wieder kommt es zu Rationierungen, wobei die Subventionen für die täglichen Grundbedürfnisse das kubanische Volk in eine staatliche Abhängigkeit zwingen. Bei einem Monatsgehalt von teilweise unter 30 Euro sind die Kubaner auf die vom Staat subventionierten Angebote angewiesen. Dies ist ein Grund warum viele Kubaner das Land verließen und ihre Familien mit Geldsendungen aus dem Ausland versorgen. Damit die fiktive Wirtschaft am Leben gehalten werden kann, bereichern seit der Wirtschaftsreform im Jahr 2010 kleinere private Gewerbe das Straßenbild. Dies führte so sehr zu einem schnellen Wachstum des Privatsektors, dass sich die Funktionäre der Staatswirtschaft erschraken und die Lizensvergabe ab 2017 bremsen mussten.

Die Zukunft Kubas in den Händen des neuen Präsidenten

Für den neuen Machthaber stehen nun viele Aufgaben an, die bewältigt werden müssen. Die Wirtschaftsreform muss vorangetrieben werden, um Kuba als eigenständiges Land die Existenz zu sichern. Es gibt ein Konsumdrang des kubanischen Volkes, den sie gerne ausleben oder wenigstens einmal probieren wollen. Zwar dürfen nun keine Wunder von heute auf morgen erwartet werden, aber wenigstens steht der neue Präsident für eine neue Chance um vom geradlinigen Weg der kommunistischen Partei abzuweichen und eine neue Richtung einzuschlagen, die für alle Beteiligten von Nutzen ist.