Die Inszenierung einer alten Freundschaft

Die Inszenierung der Herzlichkeit beim Staatsbesuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron im Weißen Haus gleicht einer Theateraufführung. Sicherlich hat Trump nicht mit einer französischen Begrüßung samt Wangenküssen gerechnet und ließ diese intime Begrüßung über sich ergehen. Dies war der Auftakt einer gegenseitigen Freundschaftsbekundung. Das Ehepaar Macron befindet sich für drei Tage auf Staatsbesuch in den USA. Der französische Präsident überreichte Trump als Gastgeschenk eine Steineiche aus dem französischen Wald Belleau, in dem während des Ersten Weltkrieges Franzosen und Amerikaner Seite an Seite gegen Deutschland kämpften.

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Die verlustreiche Schlacht forderte fast 2000 Opfer auf amerikanischer Seite. Die Eiche soll die Einigkeit symbolisieren, die es schon in der Geschichte zwischen diesen beiden Ländern gab.

Gemeinsames Programm

Gemeinsam pflanzten die den Baum demonstrativ im Garten des Weißen Haus. Danach flogen die Präsidentenpaare zum Abendessen zum auf den Landsitz des ersten amerikanischen Präsidenten George Washington. Auf der Karte stand Seezunge, Pasta und Schokoladen-Soufflee. Seit Amtsantritt des US-Präsidenten Donald Trump ist Macron der erste Gast, dem ein offizieller Staatsbesuch ausgerichtet wird. Der Besuch wurde über mehrere Wochen vorbereitet.Trotz der nach außen getragenen Einigkeit gibt es erhebliche Differenzen zwischen beiden Ländern.

Nach Macron kommt Merkel

Es wird eine "Europawoche" in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Für Dienstag stehen Gespräche zwischen Frankreich und den USA auf dem Plan, wobei es vor allem um das Atomabkommen mit Iran, die Zukunft Syriens und den Handelskonflikt zwischen den USA und Europa gehen wird.

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Beim Handelskonflikt handelt es sich unter anderem um Strafzölle auf Aluminium und Stahl. Macron hofft auf eine Ausnahme, die für die Europäische Union geltend gemacht werden sollte. Schließlich soll kein Handelskrieg mit seinen Alliierten geführt werden, so eine Aussage von Macron. Beide Seiten gelten als starke Verhandlungspartner, bei denen sich schnelle Einigungen recht schwierig gestalten könnten. Am Mittwoch wird Macron die Ehre zuteil im Kapitol vor Mitgliedern des Senats und des Abgeordnetenhauses eine Rede zu halten. Dies sind Parallelen zum französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle, der im Jahr 1960 ebenfalls im Kapitol eine Ansprache hielt.

Für Freitag ist ein Arbeitsbesuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel in Washington geplant. Doch dieser Besuch dürfte weniger pompös ausfallen. Angedacht ist ein Arbeitsgespräch mit anschließender Pressekonferenz.