Der Ablauf des Treffens

Der russische Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin trifft heute in Ankara auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan um die bilateralen Beziehung unter die Lupe zu nehmen und die Situation in Syrien und im Irak zu analysieren. Putin wird vom Gastgeber laut Protokoll um 15.50 Uhr in der türkischen Hauptstadt mit formellen Ehren empfangen. Um 16.00 Uhr wird es zwischen der russischen und der türkischen Deligation ein Arbeitsessen geben und um 17.15 Uhr beginnen die offiziellen Gespräche der beiden Staatspräsidenten. Die Pressekonferenz ist für 18.30 Uhr nach Ende der Sitzung angesetzt.

Themen der Zusammenkunft

Im Fokus steht die Syrien-Politik beider Länder.

Zwar befinden sich beide seit 2016 im engen Kontakt und Austausch wegen der Bürgerkriegsregion Syrien, doch verfolgen beide Länder verschiedene Ziele. Während Russland auf Seiten des syrischen Machthabers Baschar al-Assad gegen Aufständige kämpft, unterstützt die Türkei Rebellen und kämpft gegen die kurdische YPG-Miliz.

Im vergangenen Jahr gab es schon ein Treffen zwischen Russland, der Türkei und dem Iran wegen der Thematik des Bürgerkrieges in Syrien. Dabei sind Verhandlungen zur Beendigung des Konfliktes fehlgeschlagen. Am Mittwoch möchte der iranische Staatschef Hassan Ruhani zu Erdogan und Putin zustoßen. Welche Auswirkung dieses Treffen hat, wird sich in der Zukunft zeigen.

Gemeinsame Projekte beider Länder

In einer Erklärung der türkischen Präsidentschaft heißt es, dass Putin und Erdogan, abgesehen von der Überprüfung der bilateralen Beziehungen zwischen der Türkei und Russland, "einen Gedankenaustausch bezüglich der regionalen und internationalen Fragen, insbesondere von Syrien und dem Irak, planen".

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Ein weiteres Thema wird die Nuklearanlage Akkuyu sein, an dessen Bau beide Länder beteiligt sein sollen, aber auch die TurkStream Pipeline, die Gas aus Russland in die Türkei transportieren wird.

Nachdem sich beide Länder vor zwei Jahren nach dem Abschuss eines russischen Jagdbombers durch das türkische Militär in Syrien noch feindlich gegenüberstanden, suchen sie nun den Schulterschluss. Schnell können Differenzen vergessen werden, wenn es um gegenseitige Interessen geht. Es gab alleine im letzten Jahr acht Treffen zwischen Russland und der Türkei. Für die Türkei ist es gerade in der heutigen Zeit wichtig einen starken Partner an seiner Seite zu wissen.