Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg kritisierte die Positionierung der Bundeskanzlerin Angela Merkel scharf und warf dieser vor, durch die mangelnde Beteiligung am Syrien-Konflikt ein schlechtes Bild auf Deutschland zu werfen. Diese erklärte in einer vorherigen Stellungnahme, Deutschland werde militärisch in Syrien nicht aktiv tätig werden. Dies mindere das Ansehen Deutschlands innerhalb der Nato, so der derzeitige EU-Kommissionsberater. Deutliche Worte fand Guttenberg hinsichtlich der Beteiligung an möglichen Einsätzen in Syrien nach dem Vorbild des jüngsten militärischen Schlags in Syrien durch die Vereinigten Staaten, England und Frankreich.

Des Weiteren äußerte Guttenberg der Bild-Sendung gegenüber, es bedürfe auch mal eines Eingriffs, "...wenn Menschen abgeschlachtet werden". Dabei bezog er sich auf den jüngsten Giftgas-Angriff in der syrischen 100.000 Einwohner Stadt Duma. Bei dem Angriff starben mindestens 42 Menschen, die Vereinigten Staaten gehen von mindestens 85 Toten aus. Die Vereinigten Staaten legten dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad den Einsatz des Giftgases zur Last, anschließend drangen mindestens 100 Raketen in den syrischen Luftraum ein und galten laut offiziellen Angaben einem Chemie-Forschungszentrum und zwei weiteren Produktionslagern. An dem Vergeltungsschlag beteiligt waren des Weiteren England und Frankreich. Das Assad-Regime zeigte sich hiervon offiziell unbeeindruckt und kürte sich sogar zum Sieger.

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Die politischen Beziehungen zwischen Russland und Amerika verschlechterten sich daraufhin dramatisch, Präsident Donald Trump fand harte Worte und stufte die aktuelle politische Beziehung zu Russland als sehr schlecht ein: inbegriffen sei der kalte Krieg.

Hintergrund von Guttenbergs Kritik war die Aussage der Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Antwort auf den Giftgas-Angriff sei "erforderlich und angemessen", doch Deutschland werde hierbei nicht militärisch mitwirken. Guttenberg warf der Bundesregierung vor, sie lasse durch ihr passives Verhalten andere die "Drecksarbeit" machen und schädige so das Vertrauen zu Bündnispartnern. Der studierte Jurist kritisierte somit die mündliche Befürwortung etwaiger militärischer Antworten auf den Einsatz von Giftgas, es bleibe nur bei verbaler Unterstützung, die kein Vertrauen wecke. Die Bundesregierung sei ein "Großmeister der Dialektik" prangerte Guttenberg an. Es dürfe schließlich nicht nur bei Worten bleiben, Deutschland müsse eine klare Position beziehen, um das Vertrauen zu den Bündnispartnern zu stärken.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder wiederum verteidigte die Entscheidung Merkels und gab zur Kenntnis, die Bundesregierung könne nicht überall militärisch mitwirken.