Bezahlbarer Wohnraum ist vor allem in den Ballungszentren knapp.

Die Mieten in Großstädten steigen schneller als die Einkommen vieler Arbeitnehmer und so müssen immer mehr Menschen einen immer größeren Anteil ihres Gehaltes für Wohnen aufwenden.

Doch statt mehr #Sozialwohnungen zu bauen, schaut der Staat dabei zu, wie die Armen von #Luxusimmobilien verdrängt werden. Diese werden von Ihren Besitzern häufig nicht selbst genutzt, sondern dienen als Kapitalanlage, die teuer weitervermietet wird.

Luxus im Frankfurter Europaviertel

Ein gutes Beispiel dafür bietet der Grand Tower im Frankfurter #Europaviertel. Obwohl erst 2020 fertig, sind die meisten Wohnungen schon jetzt verkauft, für einen stolzen Preis von 4000€ bis 19.000€ pro Quadratmeter.

Die Mehrheit der Frankfurter wird sich diese Wohnungen wohl kaum leisten können.

Während der Bau von Wohntürmen in Frankfurt gerade boomt, müssen Geringverdiener oft jahrelang warten, bis sie eine bezahlbare Wohnung beziehen können.

Derzeit befinden sich 24 neue Wohntürme in Planung oder werden bereits gebaut, zumeist in Vierteln, in denen die Mieten jetzt schon unbezahlbar sind.

Ende des Jahres 2016 registrierte das Amt für Wohnungssuchende in Frankfurt am Main 9491 Haushalte, die eine Sozialwohnung benötigten. Nur 1962 Haushalten konnte in diesem Jahr eine Wohnung vermittelt werden. Nur noch besondere Personengruppen, wie Senioren, Alleinerziehende, Schwangere oder Menschen mit Behinderung haben überhaupt eine Chance innerhalb eines Jahres eine öffentlich geförderte Wohnung zu bekommen.

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Insgesamt fehlten Ende 2016 in Frankfurt 36.700 Wohnungen, nur 3669 Wohnungen wurden fertig, mindestens ein Drittel davon wurde direkt verkauft, im Schnitt für einen Preis von 4800€ pro Quadratmeter.

Versagen im öffentlichen Wohnungsbau

Laut Bundesbauministerium bräuchte Deutschland pro Jahr 350.000 neue Wohnungen, davon 80.000 für geringe Einkommen.

In der Realität werden pro Jahr nicht einmal 250.000 fertiggestellt, weniger als 15.000 davon sind Sozialwohnungen.

Öffentliche Wohnungsbaugesellschaften gibt es in Deutschland kaum noch. Viele Kommunen haben während der Privatisierungswelle in den 90er Jahren ihre Liegenschaften verkauft.

Nach Angaben der Bundesregierung gab es Anfang der 1990er Jahre noch rund drei Mio. Sozialwohnungen, 2013 waren es weniger als 1,5 Mio. und diese Zahl ist in den letzten Jahren noch einmal um 15.000 gesunken.

Das Problem ist, dass weniger Sozialwohnungen gebaut werden, als alte wegfallen, da sie ihre Mietpreisbindung verlieren.

Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken geht hervor, dass der Anteil der geförderten Wohnungen am Wohnungsbau seit 2009 von 15% auf rund 6% im Jahr 2014 sank.

Gleichzeitig verlieren alte Sozialwohnungen ihre Mietpreisbindung, weil ihre Besitzer die staatlich geförderten Kredite früher zurückgezahlt haben, als erwartet, bedingt durch die billigen Zinsen der letzten Jahre. Doch sind die Kredite erst einmal zurückgezahlt, fallen auch die Sozialbindungen weg. Besitzer nutzen diese Chance dann ihre Häuser zu sanieren und teurer zu vermieten. Dadurch sinkt der Bestand an alten Sozialwohnungen und weil die Regierung nicht rechtzeitig gegengesteuert hat, verringert sich bezahlbarer Wohnraum rasant. So entsteht ein regelrechter Verteilungskampf in vielen Großstädten, den ausgerechnet die Schwächsten verlieren.