Zwei aus dem Nordirak kommende Frauen sind nach Deutschland mit ihren Kindern zurückgekommen, jedoch ohne Festnahme. Zuvor sollen die Frauen im Ausland dem islamischen Staat unterstützt haben, so die "Welt".

Die beiden Frauen sollen vor ihrer Ankunft am Flughafen Frankfurt am Main, in einem kurdischen Frauengefängnis Gefangen gehalten worden sein und sollen laut Bericht auch als radikale Salafistinnen gelten. Bei diesen handelt es sich um eine Deutsch-Türkin aus Hessen und einer Konvertitin aus Baden-Württemberg.

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Als die Frauen am Flughafen ankamen, wurden sie jedoch nicht festgenommen, da gegen sie kein Haftbefehl vorlag. Die Bundesanwaltschaft, welche gegen die Islamistinnen ermittelt, hatte jedoch nun einen Haftbefehl beantragen lassen.

Dies wurde jedoch vom Bundesgerichtshof abgelehnt, da es keine festen Beweise für eine Unterstützung des islamischen Staates gab.

Die Deutsch-Türkin Sibel H. reiste 2013 mit ihrem Mann nach Syrien, welcher jedoch kurz darauf starb und Sibel H. zurück nach Deutschland brachte. 2016 flog sie dann mit ihrem jetzigen Ehemann, einem Salafisten aus Frankfurt zurück ins Krisengebiet, wohin das Paar von den nordirakischen Kampfverbänden in Erbil gefangen genommen wurde.

Nachdem durch DNA-Proben eine Verwandschaft von Sibel H. einjährigem Sohn geklärt war, durfte sein Großvater ihn darauf nach Deutschland holen lassen. Im Januar diesen Jahres brachte Sibel H. ein weiteres Kind in Gefangenschaft zur Welt, welches sie auf ihrer Rückkehr nach Deutschland mitnahm. Nun kümmern sich die hessischen Sicherheitsbehörden und private Beratungsstellen um sie.

Der Vater des Kindes ist jedoch weiterhin in Gefangenschaft.

Bisher landeten nur drei Dschihad-Rückkehrerinnen vor dem deutschen Gericht, von denen zwei wegen Kindesentführung verurteilt wurden. Nur bei einer konnte bisher eine Unterstützung zum islamischen Staat nachgewiesen werden.

Die Deutsch-Polin Karolina R. hatte sowohl Geld als auch Kameras in das Krisengebiet gebracht, um ihren Mann, den IS Kämpfer Fared S., zu unterstützen. Für diese Tat bekam die Mutter drei Jahre und neun Monate Haft vom Oberlandesgericht Düsseldorf. Sie saß die Haft ab und wurde nun wieder frei gelassen.

Laut Bericht sollen sich im Irak und Nordsyrien mehr als 80 deutsche Dschihadisten und zahlreiche Kinder, die zum Teil auch dort geboren wurden in Gefangenschaft befinden. Zehn Kinder, die durch einen DNA-Test ihre Verwandschaft nachweisen konnten, wurden jetzt nach Deutschland gebracht.