Auflösung der ETA

Fast 60 Jahre nach ihrer Gründung gab die baskische Untergrundorganisation ETA (Euskadi Ta Askatasuna, baskisch für Baskenland und Freiheit) ihre komplette Auflösung bekannt. Sie habe ihre Strukturen nun vollständig aufgelöst und beende nun ihre politische Aktivitäten. Nachdem sie bereits 2011 Gewaltverzicht verkündete und vor einigen Wochen die Auflösung einleitete, befindet sie sich nun in der Endphase. Offiziell soll die Auflösung am Freitag im Rahmen einer „internationalen Konferenz“ in Cambo-les-Bains, im französischen Teil des Baskenlandes, geschehen. Über Jahrzehnte führte die ETA den Kampf gegen Spanien für ein unabhängiges Baskenland, das sich im Norden Spaniens bis in den Südwesten Frankreichs erstreckt.

Bei ihren Aktionen verloren mehr als 864 Menschen ihr Leben.

Das Ende der Untergrundorganisation

Nach der Verkündung der Auflösung am 8. April 2017, begann die ETA mit der Übergabe der Waffen an die Behörden. Insgesammt waren es 3,5 Tonnen Waffen und Sprengstoff, die durch Mittelsmänner übergeben wurden. Zum Ende hin zeigt sich die ETA reumütig und räumt Fehler und falsche Entscheidungen ein, bei denen auch Unschuldige zu Opfern des Konfliktes wurden und baten diese und Angehörige um Vergebung. Dabei unterscheidet die Organisation zwischen unschuldigen Opfern und solchen die offensichtlich getötet wurden. Dies brachte ihr vor allem Kritik aus der Opfervereinigung ein. Die konservative Regierung von Mariano Rajoy hingegen bewertete die Erklärung positiv.

Hintergründe

Die ETA ist eine marxistisch-leninistische, separatistische baskisch-nationale Untergrundorganisation, die 1959 als Widerstandsbewegung gegen die Franco-Diktatur gründete wurde.

Ihr Ziel war die absolute Autonomie des Baskenlandes. Beim Kampf bediente sie sich meist terroristischen Mitteln. Die Organisation untersteht einer festen Struktur. An der Spitze der ETA steht der Armeerat mit zwischen sechs und elf Personen. Unter diesen Personen wird der Präsident gewählt. Der Armeerat untergliedert sich in Logistik, Politik, Kollaboration, Aufklärung, Rekrutierung etc. Während 1970 noch etwa 300 Mitglieder geschätzt wurden, waren es im Jahr 2011 nur noch etwa 100 Mitglieder. Es wird zwischen drei Kategorien von Mitgliedern unterschieden. Die Legalen Mitglieder sind diejenigen ohne Vorstrafen und mit einem geregelten Leben, dann gibt es die Illegalen Mitglieder, die polizeilich gesucht werden und Unterschlupf von der Organisation oder Sympathisanten gewehrt bekommen und als letztes sind da noch die Inhaftierten und die von der Haft befreiten Mitglieder. Die letzten beiden Kategorien bekommen von der ETA eine Monatsrente.