Rücktritt der Ministerin für Agrar und Umwelt in NRW

Am Dienstag wurde in Düsseldorf bekanntgegeben, dass die nordrhein-westfälische Agrar- und Umweltministerin Christina Schulze Föcking (CDU) zurücktritt. Nachdem sie seit Monaten im Kreuzfeuer und unter Druck der Opposition stand, hat die 41-jährige Politikerin nun die Konsequenz daraus gezogen. Für viele kam dieser Rücktritt daher nicht all zu überraschend. Laut eigenen Angaben, sei der Grund für ihren Rücktritt anonyme Drohungen im Internet und per Brief, die gegen ihre Person gerichtet worden waren. Durch die Aggressivität habe sie sich ständig angespannt gefühlt und gespürt, dass der Preis für ihr politisches Amt gegenüber der Familie zu hoch sei.

Letztendlich hat sie sich gegen ihr politisches Amt und für die Familie entschieden.

Hintergründe

Die Drohungen könnten das Resultat von heimlichen Videoaufnahmen aus ihrem Familienbetrieb sein. Die Firma ist wegen verletzter Schweine in die öffentliche Kritik geraten, weswegen die Staatsanwaltschaft auch Ermittlungen aufnahm. Da keinerlei Verstöße gegen den Tierschutz erkennbar waren, wurde das Verfahren wieder eingestellt.

Politische Kritiken erntete Schulze Föcking wegen der Auflösung der „Stabsstelle Umweltkriminalität“ in ihrem Ministerium. Diese Stelle war mit nur einer Person besetzt und hatte einen Ordner über die Vorgänge im landwirtschaftlichen Familienbetrieb von Schulze Föcking angelegt. Die Opposition sah darin den Grund für die Auflösung dieser Stelle, was die Ministerin zurückwies.

Ein weiteres Thema, das seine Kreise in aller Öffentlichkeit zog, war ein angeblicher Hacker-Angriff auf das TV-Netzwerk in ihrem Privathaus. Letztendlich stellte sich dieser vermeintliche Angriff von Hackern als einfacher Bedienungsfehler heraus.

Über die Person

Christina Schulze Föcking wurde 1976 in Emsdetten geboren und war vom 30. Juni 2017 bis 15. Mail 2018 Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Bundeslandes Nordrhein Westfalen. Nach der Fachhochschulreife absolvierte sie eine Berufsausbildung zur staatlich geprüften Landwirtin und arbeitete danach zusammen mit ihrem Ehemann im eigenen landwirtschaftlichen Familienbetrieb. Ihre politische Laufbahn begann sie 2006 mit dem Eintritt in die CDU. Seit 2007 ist sie im CDU-Kreisvorstand Steinfurt und seit 2010 Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Steinfurt. Zusätzlich ist sie beim CDU-Bezirksvorstand Münsterland und gehört dem Bezirksvorstand Münsterland der Frauen-Union an.