Kanzlerin besucht Jordanien und den Libanon

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht gerade Jordanien und den Libanon. Während Deutschland noch heftig über die Flüchtlingspolitik diskutiert, haben diese zwei Länder überproportional viele syrische Flüchtlinge aufgenommen. Als Nachbarländer von Syrien spielen sie eine wichtige Rolle in dieser Region, vor allem auch für die europäische Flüchtlingspolitik. Viele Millionen Flüchtlinge haben Syrien verlassen und flohen zuerst in die Nachbarländer Jordanien, Libanon und in die Türkei. Nach Jordanien und Libanon fließt gerade aus Deutschland sehr viel Geld um ein Weiterziehen des Flüchtlingsstroms [VIDEO] zu verhindern.

Es soll sich dementsprechend vor Ort um die Flüchtlinge gekümmert werden und ihnen ein menschenwürdiges Leben geboten werden.

Das Programm der Kanzlerin

Das Programm der Kanzlerin lässt kaum Luft. Sie besucht die deutsch-jordanische Universität in Amman, danach steht ein Treffen mit König Abdullah II. auf dem Programm. Im Libanon besucht sie eine Schule an der auch syrische Kinder unterrichtet werden und trifft sich mit dem libanesischen Präsidenten Michel Aoun.

In der German Jordanian University in Amman traf sie in einer Aula mit Studenten zusammen, mit denen rund 70 Minuten lang direkt gesprochen wurde. Sie hatten auch die Möglichkeit der Bundeskanzlerin Fragen zu stellen. Thematisiert wurde dabei unter anderem die Sicherheitsfrage für Ausländer in Deutschland, da Studenten dieser Universität ein Jahr auf einer deutschen Universität verbringen und in dieser Zeit ein Praktikum absolvieren müssen.

Merkel genoss vor allem bei den Studentinnen hohes Ansehen und Bewunderung. Nachdem die Kanzlerin verabschiedet wurde, fuhr sie zum jordanischen König Abdullah II.. Bei diesen Gesprächen ging es vorrangig um die Flüchtlingspolitik. Sie sagte dem König einen zusätzlichen Kredit von einer Million US-Dollar zu, um ihn bei seinen Reformbemühungen zu unterstützen.

EU-Hilfe für Flüchtlinge

In der gestrigen Pressemitteilung der Europäischen Kommission wurde der EU-Treuhandfonds für Syrien verabschiedet und gehört zu dem größten Hilfspaket für Jordanien und den Libanon mit 165 Millionen Euro, um die Flüchtlinge und der lokalen Bevölkerung zu helfen. Damit erreicht die Gesamtmittelausstattung im Rahmen des EU-Treuhandfonds 1,4 Milliarden Euro. Es sollen Projekte im Libanon finanziert werden, die den Flüchtlingskindern aus Syrien ermöglichen, die öffentliche Schule zu besuchen. Dafür werden 100 Millionen Euro bereitgestellt. Weitere 52 Millionen Euro sind für den Sozialschutz der Flüchtlinge im Libanon vorgesehen. Jeweils 13 Millionen Euro für den Libanon und zwei Millionen Euro für Jordanien sind zur Stärkung der Resilienz palästinensischer Flüchtlinge aus Syrien. Für das zweite Halbjahr dieses Jahres sind weitere Hilfspakete für Jordanien und Irak geplant.