Das Gipfeltreffen

In Singapur trafen sich auf der Insel Sentosa, nach jahrzehntelangen Säbelrasseln, der US-amerikanische Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un zu einem historischen Gipfeltreffen. Beide Seiten traten einen Schritt aufeinander zu, um einen Neuanfang wagen. Nach der offiziellen Begrüßung kam es im Luxushotel „Capella“ zu Gesprächen unter vier Augen, die danach in einer größeren Runde fortgesetzt wurden. An dem Gipfeltreffen waren neben den beiden Staatschefs auch die Außenminister der jeweiligen Länder beteiligt.

Die Anwesenden zogen aus dem Treffen ein positives Resumé und zeigten sich für eine gemeinsame Zukunft in Frieden zuversichtlich.

Zum Höhepunkt zählte mit Sicherheit die gegenseitige Unterzeichnung eines Dokuments vor laufender Kamera, das eine vollständige Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel vorsieht, was so schnell wie möglich in Angriff genommen werden soll. Im Gegenzug sagte Trump Nordkorea eine Sicherheitsgarantie zu.

Bei einer abschließenden Pressekonferenz bekräftigte der Präsident der Vereinigten Staaten, dass die Militärmanöver mit Südkorea beendet werden würden. Die Sanktionen gegen Nordkorea sollen vorerst noch aufrechterhalten bleiben. Diese sollen erst abgebaut werden, wenn keine große nukleare Gefahr mehr von Nordkorea ausgehen würde. Von Seiten der USA wird ein zweites Gipfeltreffen zwischen beiden Staaten in Betracht gezogen. Dieses nachfolgende Treffen wurde aber noch nicht vereinbart.

Der Weg aus der Isolation

In den letzten Monaten ging durch die Eigeninitiative des sonst so verschlossenen Nordkoreas ein Marathon von diplomatischen Gesprächen um die Welt.

Das Land präsentiert sich weltoffener und interessiert an der Einbringung in das politische Weltgeschehen. Abgeschottet vom Rest der Welt sahen viele in der diktatorisch regierten Demokratischen Volksrepublik Korea eine nukleare Gefahr. Selbst mit China, dem einzigen Verbündeten, hatte sich Nordkorea vor einiger Zeit überworfen. Doch seit der Wiederbelebung der Beziehungen zum benachbarten China kommen auch die diplomatischen Gespräche mit anderen Ländern ins Rollen. Der Ausbruchsversuch aus der Isolation trägt erste Erfolge.

Nordkorea

Nordkorea proklamierte den nördlichen Teil der Koreanischen Halbinsel am 9. September 1948 als eigenen Staat. Nachdem Korea von Japan 1910 annektiert wurde, kam es nach dem Zweiten Weltkrieg dort zu einer US-amerikanischen und sowjetischen Besatzungszone. Ähnlich wie im damaligen Deutschland spaltete sich ein Land in zwei politische Lager, aus dem die zwei eigenständigen Staaten Nordkorea und Südkorea hervorgingen.

Zwischen diesen beiden Staaten kam es seit der Gründung immer wieder zu Spannungen. Nordkorea verfügt über einen „ewigen Präsidenten“ der über den Tod hinaus als De-jure-Staatschef gilt. In diesem Fall ist es Kim Il-sung, der 1994 starb. De oberste Führer ist Kim Jong-un.