Am 11. August erwartet Berlin seine 22. Hanfparade. Die jährliche Hanfparade in Berlin ist regelmäßig die größte Demonstration in Deutschland, die sich für die Legalisierung von Cannabis [VIDEO] als Rohstoff, Medizin und Genussmittel einsetzt. Im letzten Jahr sollen sich mehr als 12 000 Menschen beteiligt haben. Das 22. Motto lautet "Aufklärung statt Verbote" und darum geht es:

Nutzpflanze Hanf

  • Die älteste und wertvollste Kulturpflanze der Menschheit soll wieder in der Breite ihrer Nützlichkeit bekannt gemacht, Vorurteile und Stigmatisierungen abgebaut werden.
  • Die angebliche "Drogenpflanze" hat in Wirklichkeit ein riesiges Spektrum. Deutschland verschläft die fantastischen Möglichkeiten als Kleidung, Baustoff und Nahrungsmittel. Die Wunderpflanze ist im Anbau besonders umweltverträglich, weil sie sich selbst vor Schädlingen schützen kann.
  • Die Nutzung als Medizinpflanze soll erleichtert werden. Tausende Patienten kommen nicht an ihre Medizin. Bei der Hanfparade wird der Abbau der Bürokratie und die Erlaubnis zum Selbstanbau für Patienten gefordert.

Legalisierung als Genussmittel

Auch die Legalisierung als Genussmittel wird auf der Hanfparade gefordert und das mit folgenden Begründungen:

  • Der Cannabiskonsum habe deutlich weniger Risiken für die Gesellschaft und die Konsumenten als zum Beispiel Alkohol und Nikotin.
  • Konsumenten würden nicht durch Cannabis sondern durch Streckmittel und andere Verunreinigungen geschädigt. Das Verbot habe schlimmere Folgen als der Konsum, dabei wolle das Gesetz angeblich die Gesundheit der Menschen schützen.
  • Effektiver Jugendschutz sei nur duch einen regulierten Markt umsetzbar.

Jetzt Meinung äußern

Der Deutsche Hanfverband (DHV) beteiligt sich an der 22.

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Hanfparade mit Reden, Infoständen, einem Wagen und einer eigenen Abteilung, dem "Grünen Block". DHV-Geschäftsführer Georg Wurth wird unter anderem sprechen. Er sieht gute Chancen für echte politische Veränderungen:

"Der Wandel in der gesellschaftlichen Betrachtung von Cannabis ist spürbar.

Kanada hat als erster G7 Staat Cannabis vollständig legalisiert, inklusive legalem Eigenanbau und staatlich regulierten Geschäften. Deutschland muss hier mitziehen, bevor es komplett abgehängt wird. Legalisierungsbefürworter sollten ihre Meinung äußern, statt sie für sich zu behalten."

Kommentar der Autorin:

Georg Wurth hat Recht. Jetzt sollte möglichst jeder seine Meinung äußern.

Die Polizei, die Staatsanwaltschaft, die Gerichte, sie alle sind völlig überfordert. Und in so in einer Zeit schicken unsere Politiker gut ausgebildete Beamte kleinen Kiffern hinterher. Die müssen dann mit riesigen Aufwand und Kollegenbeteiligung hundertausende von Anzeigen schreiben, die natürlich auch in der Folge bei der Staatsanwaltschaft bearbeitet werden müssen.

Für den Kiffer ist das Behördendrama mit der Einstellung bei der Staatsanwaltschaft noch lange nicht zu Ende.

Es ist durchaus möglich, dass sein Führerschein kassiert und eine MPU, der sogenannte "Idiotentest" gefordert wird. Beruf, Familie und Existenzen in Schräglage geraten. Das passiert übrigens auch Menschen, die vor ein oder zwei Wochen an einem Joint gezogen haben und dann am Steuer erwischt werden.

Und das ist wirklich lächerlich. Ich habe in meiner Studentenzeit selbst gekifft und die Wirkung ist nach wenigen Stunden ganz sicher vorbei. Das wäre so, als müsse nach jedem Bier, das Auto eine Woche stehen bleiben.

Milliarden sind so seit Jahrzehnten verpulvert worden. Gibt es deswegen weniger Kiffer? Nein! Werden die Kiffer seit Jahrzehnten der Union geopfert? In Deutschland wird sich ohne ein parteiübergreifendes Bündnis wohl nie etwas ändern. Was für eine enttäuschende Performance die Grünen und die SPD in ihrer Amtszeit da geleistet haben... Aber die SPD kann es wieder gut machen.

Ehe für alle als Beispiel: Damit wäre auch ein machbares Datum klar. Kurz vor der nächsten Wahl. Wenn alle Koalitionsmasken fallen dürfen.

Einfädeln müssen das natürlich die Grünen, die Linken und die FDP. Also, liebe Politiker von den gerade genannten Parteien, meint ihr es ernst?