Der Konflikt in Nicaragua

Seit Mitte April halten schon die blutigen Unruhen im zentralamerikanischen [VIDEO]Nicaragua an. Das Volk ist verunsichert und traut sich kaum noch alleine auf die Straßen. Die Kirche versuchte seit Wochen zu vermitteln, um einen Weg aus der Gewalt zu finden. Doch nun wurden sie selber Opfer von Übergriffen. Mutmaßliche Anhänger der Regierung von Präsident Daniel Ortega haben bei einem Angriff auf die Basilika San Sebastian in Diriamba den Weihbischof Silvio Baez verletzt. Wie Baez auf Twitter veröffentlichte, sei er bedroht und geschlagen worden. Unter den Attackierten befanden sich auch Kardinal Leopoldo Brenes und Nuntius Waldemar Sonntag sowie ein Fotograf und Kameramann von der Presse.

Sie blieben unverletzt, das Equipment wurde aber zerstört. Ein Journalist vom Portal „100% Noticias“ wurde brutal zusammengeschlagen. Immer wieder kommen Menschen bei den Auseinandersetzungen zwischen der Opposition und den bewaffneten Regierungsanhängern in Nicaragua ums Leben.

Die Proteste 2018

Auslöser für die Proteste im April 2018 war der Beschluss durch Präsident Ortega, die Sozialversicherung auf Kosten der Bevölkerung zu entlasten. Dafür sollte die Rente um fünf Prozent gekürzt werden. Dies löste in den meisten Städten des Landes Proteste aus. Die Polizei stellte sich mit scharfer Munition gegen die demonsrierende Bevölkerung. Auch Freischützen und bewaffnete Gruppen verunsicherten zusätzlich die Städte. Alleine im April wurden mindestens 26 Menschen getötet.

Die angekündigte Sozialversicherungsreform wurde letztendlich zurückgenommen. Doch der Kampf ging weiter. Einen Monat später wurden mindestens 76 Todesopfer beklagt. Am 30. Mai gingen Hunderttausende auf die Straßen. Die Gewaltspirale schraubte sich immer höher und bis Mitte Juni gab es schon mindestens 180 Todesopfer, die zu beklagen waren. Als Lösung, um die Gewalt im Land zu bändigen, wurde von der Bischofskonferenz vorgezogene Neuwahlen vorgeschlagen. Jedoch brachen die Bischöfe jegliche Verhandlungsversuche mit der Regierung ab, da die Regierung wichtige Voraussetzungen zu den Verhandlungen blockierte.

Nicaragua

Nicaragua ist ein Staat, der sich in Zentralamerika befindet. Dort leben etwa 6,15 Millionen Einwohner auf 120.254 Quadratkilometern. Die Unabhängigkeit wurde am 15. September 1821 ausgerufen. Schon immer war das Land durch innere Spannungen, Bürgerkriege und Korruption geprägt.