Das "Bundesinstitut für Arzneimittel- und Medizinprodukte" (BfArM) hat am Mittwoch, 3. April, entschieden welche Firmen in Deutschland in den nächsten vier Jahren Medizinalhanf anbauen dürfen. Da allerdings eine Klage gegen das Verfahren am Düsseldorfer Oberlandesgericht anhängig ist, werden die Zuschläge und der Abschluss der Verträge wahrscheinlich erst nach dem 22. Mai erfolgen.

Der "Deutsche Hanfverband" (DHV) begrüßt den Fortschritt. DHV-Geschäftsführer Georg Wurth sagt dazu: "Endlich geht es vorwärts." Allerdings werde die geplante Anbaumenge in Deutschland nicht ausreichen. Weitere Lieferengpässe seien zu erwarten.

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Daher erwarte der DHV drei Dinge: "Einen schnellen Beginn des Anbaus, weitere Lizenzvergaben und vor allem sinkende Preise für Cannabisblüten in den Apotheken."

Deutsche Firma beim Cannabis-Anbau dabei

Wie das Handelsblatt aus Branchenkreisen erfahren haben will, wird auch eine deutsche Firma den Zuschlag erhalten. Demnach soll es zwei Zuschläge für die Deutschland-Töchter von kanadischen Unternehmen geben: Aphria und Aurora. Das dritte Unternehmen soll demnach das 2017 in Berlin gegründete Unternehmen Demecan sein.

Demecan hat sich auf die Fahne geschrieben, das Leben von Patienten nachhaltig zu verbessern.

Aphria soll dem Handelsblatt den Zuschlag von fünf von insgesamt 13 Losen bestätigt haben. Die anderen Firmen sollen sich dazu noch nicht geäußert haben. Insgesamt sollen sich 79 Firmen um einen Zuschlag beworben um Cannabis in Deutschland anzubauen. Das BfArM rechnet mit einer ersten Ernte 2020.

Hintergrund für die Forderungen des Hanfverbandes zu Cannabis

Patienten, denen seit Inkrafttretens des Gesetzes zu Cannabis als Medizin das Medizinalhanf zustehen würde, sehen sich weiterhin mit unüberwindbaren Hürden konfrontiert.

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Seit Anfang an kommt es in Deutschland immer wieder zu gravierenden Lieferengpässen. Zudem sind selbstzahlende Privatpatienten mit extrem hohen Kosten konfrontiert.

Laut dem DHV wird die von der Cannabisagentur ausgeschriebene Menge nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken. Vor allem da es ständig steigende Patientenzahlen gebe. Deutschland werde also weiterhin von Importen aus dem Ausland abhängig bleiben. Deshalb sind aus Sicht des DHV weitere Lizenzvergaben unumgänglich. Trotzdem erwartet der DHV ab 2020 sinkende Preise, wegen der teilweise wegfallenden Importkosten.