Ein spannendes Jahr in der Formel 1 geht zu Ende. Die Ferraristi sind enttäuscht, denn ihr 29-jähriger Superstar Sebastian Vettel hat ein glückloses Jahr hinter sich. Der sympathische Heppenheimer mit Schweizer Wohnsitz konnte 2016 im Heimrennen in Italien und beim Saisonabschluss in Abu Dhabi jeweils nur Platz drei einfahren. Er landete in der Fahrerwertung auf Platz vier hinter Red Bull-Pilot Daniel Ricciardo.

Sebastian Vettel: "Nachher ist man eben immer schlauer..."

Wir erinnern uns: Sebastian Vettel wählte sein Schicksal selbst.

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Obwohl er einen Vertrag für den Saisonstart 2015 besaß, verließ er sein Red Bull-Team nach rund fünf Jahren und vier WM-Siegen. Die anfängliche Euphorie nach dem Wechsel von Red Bull zu Ferrari ist längst verflogen. Es kriselt schon länger in der einstigen Liebesbeziehung zwischen dem vierfachen Rallye-Weltmeister und den Scuderia-Verantwortlichen. Grund dafür könnten auch handwerkliche Fehler sein. Beim großen Preis von Japan im Oktober wurde deutlich, dass Vettel nicht allein die Schuld an seiner schlechten Rennbilanz trägt.

Sebastian Vettel (Ferrari) neben seinem Chef-Mechanikeriker Diego Ioverno in Malaysia 2015 / Foto: Morio - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0 (Wikimedia)
Sebastian Vettel (Ferrari) neben seinem Chef-Mechanikeriker Diego Ioverno in Malaysia 2015 / Foto: Morio - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0 (Wikimedia)

Er wurde in Suzuka von seinen Leuten zu spät zum Boxenstopp gerufen und bekam dann auch noch eine viel zu weiche Reifenmischung montiert. Sein Wagen hatte Probleme mit der Bodenhaftung und damit beim Überrunden langsamer Fahrzeuge. Das traurige Ergebnis: Vettel landete fern des Podiums auf Platz vier. Sein Abschlusskommentar zur miserablen Rennstrategie: "Die Entscheidung haben wir gemeinsam getroffen: Das Team im Kommandostand und ich im Auto. Nachher ist man eben immer schlauer."

Ferrari -Boss: "Ich gebe zu, dass wir uns für die Zukunft umschauen..."

Das Rennen in Japan war ein Beweis dafür, dass Sand im Getriebe ist.

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Vettel war sauer und reagierte über Funk seinen Frust ab. Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene hatte weit vor dem Rennen schon öffentlich Anlass zu Spekulationen über Vettels Zukunft gegeben. "Sebastian hat noch einen Vertrag mit uns, wenn der ausgelaufen ist, werden wir weitersehen." Jeder im Team müsse "seinen Platz und sein Gehalt mit guten Leistungen immer wieder aufs Neue verdienen." Vettel soll bei Ferrari angeblich 30 Millionen Euro pro Jahr verdienen.

Und der Ferrari-Chef Sergio Marchionne höchstselbst gießt nun auch noch Öl ins Feuer, indem er die Fahrweise des 29-jährigen Formel1-Piloten in Frage stellt: "Er muss mit mehr Selbstbeherrschung fahren...Er muss daran denken, auf der Strecke zu gewinnen, und nicht daran, in irgendwelche persönliche Fehden zu geraten..." Damit ist wohl Vettels legendäre Fluch-Tirade beim Großen Preis von Mexiko gemeint, als er Red Bull-Fahrer Max Verstappen und den FIA-Rennleiter Charlie Whiting im Boxenfunk wüst beschimpft hatte.

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Marchionne beschwört aber auch sein Team, Vettel ein siegfähiges Auto für die nächste Rennsaison zur Verfügung zu stellen. Wenn das nicht klappen sollte: Vettel hat noch andere Chancen. Mercedes wartet schon, oder etwa nicht, Herr Lauda?

jh

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